Auto-Vernetzung zur Unfallprävention
Auf der Cebit in Hannover [12. bis 19. März] werden auch zahlreiche neue Wireless-Anwendungen für Autos präsentiert. Neben den zahlreichen Kommunikations-Tools für die Fahrer ist auch ein Projekt dabei, mit dem Autos auf der Straße vernetzt werden sollen.
Dabei sollen Fahrzeuge, die hintereinander fahren, drahtlos Kontakt aufnehmen. Ein Unfall hinter einer scharfen Kurve soll so nach dem Prinzip der stillen Post in Sekundenbruchteilen an Autos weitergeleitet werden, die sich noch vor der Biegung befinden und sonst nicht mehr rechtzeitig bremsen könnten.
"Ziel ist es, die Wahrnehmung des Fahrers zu erweitern", erklärt Walter Franz, verantwortlich für das Projekt FleetNet, eine Kooperation zwischen DaimlerChrysler, Bosch, Siemens sowie weiteren Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
FleetNetJuristisches Neuland
FleetNet arbeitet an einer offenen Plattform, die Kommunikation zwischen fahrenden Autos unabhängig vom Hersteller ermöglichen soll. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass eines Tages genügend Fahrzeuge technisch dafür ausgerüstet sind, einander verstehen zu können.
Gefunkt werden soll dabei auf einer lizenzfreien Frequenz, für die kein Netzbetreiber notwendig ist.
In den Zentralen der Autokonzerne wird der Enthusiasmus der Forscher allerdings nicht immer geteilt. Sorgen machen den Managern die rechtlichen Konsequenzen der drahtlosen Frühwarnsysteme.
Wer haftet, wenn ein Unfallverursacher die Schuld an einem Zusammenstoß seinem Bordcomputer gibt? Das Steuern, Bremsen und Lenken muss der Fahrer wohl auch in Zukunft selbst erledigen. Denn vor allem in den USA könnten Technologien, die Autofahrern ein Stück ihrer Verantwortung abnehmen, findige Rechtsanwälte auf den Plan rufen.
