Weblogs als Marketingtool
Firmen entdecken Weblogs als neues Marketinginstrument. Doch nicht für Geld und Ruhm, sondern mit "Coolness" und Gemeinschaftsgefühl wird versucht, die Produkte unters Volk zu bringen.
In den USA bewirbt ein Weblog einen Milchdrink namens "Raging Cow", der im April auf den Markt kommen soll. Die Absichten des Weblogs sind allerdings nicht offensichtlich, die Geschichten des Logs drehen sich um die Erfahrungen einer Kuh und die fiktive Hintergrundgeschichte des Drinks.
Daneben gibt es jedoch noch Verlinkungen zu einigen "populären" Weblogs, welche die Marketingleute von Dr. Pepper, dem Produzenten des Getränks, als "Key Influence Bloggers" bezeichnen. Diese haben "Raging Cow"-Banner auf ihrer Seite, liefern Kommentare und "vertreiben" die Skins und Screensaver des Produkts.
"Raging Cow"
"Yes. I AM a cow. Thank you very much, Mr. Smarty Pants. Now that
I mention it - if someone came up with a Miss Manners/etiquette
course for cows, most of us would sign up. I mean, we KNOW our table
manners are atrocious. And we would love to change them. Really, we
would."
Raging Cow"Coolness"-Faktor
Die ursprünglich sechs Blogger bekommen jedoch kein Geld für ihre Bemühungen, sondern Werbegeschenke wie Kappen und T-Shirts. Damit seien sie auch unabhängig, wie die Blogger selber betonen.
Dr. Pepper erhofft sich noch mehr Bekanntsheitsgrad und potenzielle "Enthusiasten" zu erreichen und auf diese Weise ein Blogger-Netzwerk der "In-Blogger" für die Vermarktung des Getränks aufzubauen.
Der Blogger Doc Searls vertritt die Ansicht, dass die Kampagne keinen Erfolg haben wird. Seiner Meinung nach ist es eine Ironie, dass eine Firma ein "Instrument" verwendet, das so darauf ausgerichtet sei, Dinge bloßzustellen. "Meiner Ansicht nach sind Weblogs das Gegenmittel zu Guerillamarketing."
