VKI: Neue Runde im Streit mit mobilkom

03.11.2006

Im Streit über die Verrechnungsmodalitäten bei Telefongesprächen zwischen dem Verein für Konsumenteninformation [VKI] und dem Netzbetreiber mobilkom austria soll es nächste Woche Gespräche geben.

Das am 30. Oktober abgelaufene Ultimatum für eine Unterlassungserklärung des VKI hatte die mobilkom ungenutzt verstreichen lassen. Das Unternehmen hatte angekündigt, eine Fristerstreckung zu beantragen und den Dialog suchen zu wollen.

Paul Rusching, Konsumentenberater für den Telekommunikationsbereich in der Arbeiterkammer Vorarlberg, erklärte, man wolle sich dem Dialog nicht verschließen. Dennoch werde man sich alle Möglichkeiten offen halten. So wird etwa parallel zu den Gesprächen nächste Woche - ein genauer Zeitpunkt ist noch nicht bekannt - eine Klage vorbereitet.

Musterprozess angestrebt

An der Forderung nach einer Änderung der Gesprächsabrechnung wollen die Verbraucherschützer weiterhin festhalten, so Rusching. Sollte es zu einer Klage kommen, bei der die Konsumentenschützer vor Gericht in dem Musterprozess Recht behalten sollten, rechnete Rusching damit, dass die übrigen Betreiber dem Marktführer mobilkom nachfolgen würden.

Die Konsumentenschützer kritisieren, dass die Netzbetreiber, darunter auch die mobilkom, die Gesprächsabrechnung nicht sekundengenau durchführen. So müssen Kunden etwa bei Gesprächen von wenigen Sekunden die ganze Minute bezahlen, etwa beim Takt 60/30.

So belasteten lange Taktungsintervalle vor allem kurze Gespräche, optimal wäre eine sekundengenaue Abrechnung. Der VKI fordert, diese "Unsitte abzustellen" und die Kunden über die Art und Weise der Abrechnung besser zu informieren.

Mobilkom erstaunt

Die mobilkom hatte auf die Klagsandrohung der Verbraucherschützer am Montag mit Erstaunen reagiert. Christine Hattinger von der mobilkom-Rechtsabteilung erklärte, es habe an sich eine Einigung gegeben.

Sie verwies auf ein Gespräch im Sozialministerium mit Konsumentenschützern, Vertretern der Regulierungsbehörde und der Netzbetreiber am 20. Juli. Damals habe man sich darauf geeinigt, dass alle Netzbetreiber einen sekundengenau abgerechneten Kurztelefoniertarif einführen. Die mobilkom sei dem mit der Einführung eines entsprechenden Tarifs nachgekommen.

(APA)