Kurzarbeit bei Telegate
Deutschlands zweitgrößte Telefonauskunft Telegate schickt wegen deutlich gesunkener Anruferzahlen fast die komplette Belegschaft in Kurzarbeit.
Betroffen seien von April an rund 2.000 Beschäftigte in acht Call-Centern in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, sagte eine Telegate-Sprecherin. Nur die rund 50 Mitarbeiter in der Münchner Konzernzentrale bleiben verschont.
Im vergangenen Jahr war die Zahl der Anrufe bei Telegate von 150 auf 119 Millionen zurückgegangen. "Wir haben dadurch im Moment Überkapazitäten", sagte die Sprecherin. Verantwortlich für den Anruferrückgang sei vor allem die kostenlose Internet-Auskunft des größten Konkurrenten Deutsche Telekom.
Die Beschäftigten in sieben Call-Centern in Mecklenburg-Vorpommern und einem Call-Center in Brandenburg sollen nach Angaben der Sprecherin von April an für sechs Monate zehn Prozent weniger arbeiten. Dadurch sinke die wöchentliche Arbeitszeit von derzeit 30 auf 27 Stunden. Im vergangenen Jahr hatte Telegate trotz operativer Fortschritte tiefrote Zahlen geschrieben. Vor allem wegen einmaliger Firmenwertabschreibungen für das US-Geschäft fiel vor Steuern und Zinsen ein Verlust von 25,2 Millionen Euro an.
TelegateEinstieg in Österreich
Telegate hat erst im Jänner auch in Österreich ein Auskunftsservice gestartet. Das Unternehmen will hier in seinem ersten Geschäftsjahr rund eine Million Anrufe abwickeln und sich damit bis Jahresende einen Marktanteil von fünf Prozent sichern.
Eine Telegate-Sprecherin sagte im Gespräch mit der fuZo, dass diese Aktivitäten von der Kurzarbeit zunächst nicht betroffen seien.
Die Anrufe aus Österreich werden über ein Call-Center in Wismar abgewickelt, wo das Personal speziell für die hiesige "Mentalität" geschult sein soll: "Die sagen auch 'Grüß Gott' zur Begrüßung."
Neue Konkurrenz auf Auskunftsmarkt
