Rechner sollen Musiker ersetzen
Computer sollen künftig weitgehend die Live-Musik am Broadway ersetzen und Hunderte Musiker-Arbeitsplätze überflüssig machen.
Um entsprechende Vorhaben der Theaterproduzenten zu blockieren, hat die größte amerikanische Musikergewerkschaft am Montag mit einem Generalstreik gedroht.
Er soll am kommenden Donnerstag beginnen und praktisch sämtliche größeren Musical-Aufführungen in New York verhindern.
Der Präsident der Gewerkschaft "American Federation of Musicians", Bill Moriarity, erklärte, es gehe nicht nur um den Verlust von Arbeitsplätzen. Der Broadway werde seine Anziehungskraft verlieren, wenn künftig nur noch Studioaufnahmen zur Begleitung der Akteure auf der Bühne eingespielt werden. Die Gewerkschaft vertritt 325 Broadway-Musiker, die bisher in Orchestern bei 19 Musicals ihr Geld verdienten.
Millionen Samples für virtuelles OrchesterEin Rest Live-Atmosphäre
Die Vereinigung der Theaterproduzenten will für Musicals am Broadway nur noch jeweils höchstens sieben statt wie bisher 24 bis 26 Instrumentalisten aus Fleisch und Blut einsetzen.
Im Grunde seien schon bald überhaupt keine Live-Musiker mehr erforderlich, erklärte der Präsident der Produzentenvereinigung, Jed Bernstein.
Das hätten Proben mit von Computern eingespielten Orchesteraufnahmen gezeigt. Die Reduzierung der Orchester auf sieben Musiker sei daher ein Friedensangebot.
