Verteiltes Rechnen für Funkmikrofone
Einen der größten Rechner-Cluster Österreichs hat derzeit AKG installiert. Die Wiener Soundspezialisten berechnen mit Hilfe einer selbst entwickelten Distributed-Computing-Lösung auf ihrem Unternehmensrechner die optimale Frequenzaufteilung für Funkmikrofone.
Um mehrere Drahtlosmikrofone gleichzeitig optimal zu betreiben, werden Sendefrequenzen benötigt, die einander nicht oder nur minimal beeinflussen. Die Berechnung dazu für 16 Frequenzen mit einem 800-MHz-PC würde drei Monate benötigen, die Berechnung für 19 Frequenzen würde auf dieser Basis rund 390 Jahre dauern.
Wolfram Roch von AKG hat daher gemeinsam mit Norbert Frese ein Client-Programm entwickelt, das nun auf 230 PCs im gesamten Firmennetzwerk der AKG im Hintergrund läuft. Damit konnte die Berechnung von 16 Frequenzen auf 9,3 Stunden verkürzt werden.
AKG hat für die Lösung dieses Problems eine Client-Server Lösung entwickelt, mit der die Frequenzberechnung auf beliebig viele PCs im Firmennetzwerk verteilt werden kann. Das Serverprogramm vergibt Teilaufgaben und überwacht deren Fertigstellung. Rund 230 PCs laufen bei AKG nun Tag und Nacht, die Client-Programme haben allerdings die niedrigste Priorität am PC und behindern daher angeblich keinen Mitarbeiter bei seiner täglichen Arbeit. Das Server-Programm läuft auf einem eigenen Rechner, der auch die Koordination und das Speichern der Resultate übernimmt.
AKG19 Frequenzen im Visier
Auch die Berechnung von 17 Frequenzen hat Roch nach nur fünfeinhalb Tagen bereits abgeschlossen. Derzeit läuft die Berechnung von 18 Frequenzen, Ziel ist es, 19 Frequenzen zu berechnen.
Die Notwendigkeit zu dieser voluminösen Berechnung ergab sich aus der Entwicklung des Drahtlosmikrofon-Systems "WMS 4000", das AKG diese Woche erstmals auf der Frankfurter Fachmesse für Veranstaltungs- und Kommunikationstechnik, "ProLight+Sound", vorstellt.
Die laufende Kalkulation von 18 Frequenzen soll 77 Tage dauern. Für die vollständige Berechnung von 19 Frequenzen sind mit den derzeitigen Kapazitäten der AKG noch 2,98 Jahre notwendig. Eine arbeitsfähige Lösung konnte allerdings in kürzerer Zeit errechnet werden.
