Börsen im Bann des Irak-Konflikts
Die Situation an den Börsen wird derzeit weder von Quartalszahlen noch von Dividenden bestimmt, sondern von weltpolitischen Ereignissen.
"Es geht ausschließlich um den Irak, die ganze Zeit", fasst Edgar Peters, Chefinvestor bei PanAgora Asset Management, die augenblickliche Lage zusammen. "Ich sehe keine Entspannung der Situation, außer der Konflikt wird gelöst."
Die Festnahme des Hauptverdächtigen rund um die Anschläge am 11. September 2001, Khalid Mohammed, hat kurzfristig einiges an Entspannung gebracht. Die Festnahme der Nummer drei der Terrororganisation al-Qa'ida wurde mit Erleichterung aufgenommen. Zudem sei insgesamt die Wahrscheinlichkeit eines Irak-Krieges am Wochenende etwas zurückgegangen.
Herber Rückschlag für US-Angriffspläne
Daneben hat das türkische Parlament eine Stationierung von
US-Truppen in der Türkei abgelehnt. Das stelle einen herben
Rückschlag für die US-Angriffspläne auf den Irak dar.
Mehr zur Irak-Krise in ORF.atUS-Konjunkturdaten gehen unter
Den US-Konjunkturdaten komme im Vergleich zu den weltpolitischen Nachrichten nur eine untergeordnete Rolle zu. Dennoch dürfte insbesondere die heutige Bekanntgabe des ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe im Monat Februar Beachtung finden.
Die etwas unter den Erwartungen ausgefallenen US-Daten zu den persönlichen Einkommen bzw. Ausgaben im Jänner finden keine Beachtung. Wichtige Unternehmensdaten stehen im Laufe der Woche vor allem auf dem Retail-Markt an. Auch IT-Unternehmen wie National Semiconductors präsentieren diese Woche ihre Zahlen.
Ein weiterer Termin ist der monatliche Bericht zur Arbeitslosigkeit, der am Freitag vorgestellt wird. Die Arbeitslosigkeit soll Schätzungen zufolge von 5,7 auf 5,9 Prozent steigen.
"Keep cash"
Der Handel sollte nach Meinung von Analysten daher vergleichsweise ruhig verlaufen. Charttechnisch betrachtet dürfte im Dow-Jones-Index die Marke von 7.900 Punkten zügig überschritten werden. Anschließend gebe es Widerstände bei 7.938, 7.945 und 8.000 Punkten.
Der Ölpreis befindet sich mittlerweile auf einem Zwölfjahreshoch.
Das Motto für Investoren laute: "Keep cash, keep cool, keep cautious", so Alan Ackerman, Marktstratege bei Fahnestock & Co.
