EM.TV-Prozess könnte eingestellt werden
Im Prozess gegen die EM.TV-Gründer Thomas und Florian Haffa verhandeln Anklage, Verteidigung und das Landgericht München hinter den Kulissen weiter über die Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldstrafe.
Staatsanwalt Peter Noll sagte heute: "Es gibt Gespräche, aber wir haben noch keine Verständigung herbeigeführt." Ziel sei es, das schon vier Monate währende Verfahren abzukürzen.
Thomas Haffas Anwalt Rainer Hamm hatte im Februar erklärt, den Angeklagten sei die Einstellung des Strafverfahrens angeboten worden, wenn sie eine Ordnungswidrigkeit einräumten und jeweils 1,2 Millionen Euro Geldbuße zahlten.
Verteidigung hat Deal abgelehnt
Die Verteidigung habe den Deal in dieser Form abgelehnt. Die
Brüder Haffa sind wegen Kursbetruges angeklagt, weil sie die
EM.TV-Aktien im Jahr 2000 mit falschen Geschäftszahlen gestützt
haben sollen.
EM.TVDas Gericht verlas heute Schreiben, wonach der damalige EM.TV-Finanzchef Florian Haffa Ende Oktober 2000 EM.TV-Aktien für 14 Mio. Euro verkauft habe. Damals waren die Halbjahreszahlen bereits öffentlich korrigiert, die Gewinnprognosen aber weiter bekräftigt worden.
Bereits im Juni 2000 hatten die Haffas laut Florian Haffas Notizbuch mit Leo Kirch und ProSieben-Chef Urs Rohner den Verkauf von Simpsons- und anderen Zeichentrick-Serien vereinbart. Die Anklage bestreitet, dass das Geschäft ohne Vertrag in den Halbjahresbericht hätten einfließen dürfen.
Der Prozess soll am nächsten Montag fortgesetzt werden.
