03.03.2003

KRATSCH

Bildquelle: PhotoDisc

Vinylplatten mit dem Scanner abspielen

Im November 1981 sorgte der US-Physiker Arthur Lintgen für Aufsehen, als er vor Journalisten der "New York Times" bewies, dass er Schallplatten nur anhand ihrer Rillen dem richtigen Interpreten zuordnen konnte.

Ein israelischer Student will nun mit seinem "virtuellen Grammofon" in die Fußstapfen des Vinyl-Kenners treten.

Der 22-jährige Ofer Springer hat dafür ein Programm geschrieben, das die Rillen der Langspielplatten auslesen und die Musik dann auch wiedergeben soll.

Melodien kaum erkennbar

Zuerst muss die Vinylplatte eingescannt werden. Die Software liest anschließend, wie die Nadel eines Plattenspielers, die Rillen auf den hochauflösenden Bildern aus.

Dabei werden Klänge erzeugt, die zwar relativ wenig mit der Originalmelodie zu tun haben, aber bei genauem Hinhören doch in Verbindung gebracht werden können.

Die Qualität des Ergebnisses ist aber leider so schlecht, dass es voraussichtlich bei einem "Proof of Concept" bleibt.

"Wollte Audiosignal rein visuell herstellen"

Da die Rillen der LP vom Player nicht nur seitlich, sondern auch Erhebungen senkrecht ausgelesen werden, ist eine Umwandlung einer alten LP in eine MP3-Datei durch bloßes Einscannen nicht möglich.

"Mein Ziel war es, zu zeigen, dass ein Audiosignal durch rein visuelles Einlesen herstellbar ist", erklärt Springer. "Aber ich gebe zu, es gibt eigentlich keinen Anwendungszweck des Ganzen. Ein normaler Plattenspieler erfüllt die Aufgabe viel besser."