Infineon kämpft um Handychips
Der deutsche Chiphersteller Infineon will die Lücke durch die Pleite von BenQ Mobile mit anderen Handyherstellern füllen.
"Unsere neuen Kunden LG und Samsung werden sich in den nächsten Monaten mit höheren Umsätzen bemerkbar machen", sagte Infineon-Chef Wolfgang Ziebart der "Süddeutschen Zeitung" [Montag-Ausgabe].
Mit mehreren weiteren Abnehmern sei man in sehr fortgeschrittenen Gesprächen. Namen dürfe er aber noch nicht nennen.
400 Arbeitsplätze weg
Infineon hatte vor einigen Tagen angekündigt, dass wegen des Wegfalls der BenQ-Aufträge 400 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, davon 200 in Deutschland.
Die österreichischen Standorte [Villach, Klagenfurt, Graz, Wien und Linz] seien davon nur am Rande betroffen, hieß es vor einer Woche.
Belastung in Millionenhöhe
Die Belastung durch die BenQ-Mobile-Pleite liege bei 80 Millionen Euro, im kommenden Jahr würden 150 Mio. Euro Umsatz fehlen und die Handychip-Sparte werde die Gewinnzone später als geplant erst zum Ende des Kalenderjahres 2007 erreichen, hatte es geheißen.
Ziebart gab auf Anfrage keine Garantie für den Verbleib des Handychip-Bereichs im Infineon-Konzern. "Genauso wenig wie wir Arbeitsplatzgarantien geben, werden wir einen Bestandsschutz für eine Sparte aussprechen können. Das kann sich heute kein Unternehmen mehr leisten", sagte er.
Chips aus Asien
Zugleich warnte Ziebart vor zunehmendem Druck auf europäische Standorte. "Die Chipindustrie wandert nach Asien", betonte er. Derzeit würden in Asien 35 Chipfabriken gebaut, in den USA drei und in Europa nur zwei. Weil die Produkte klein und leicht seien, spielten Transportkosten keine Rolle.
"Entscheidend sind Rahmenbedingungen und Lohnkosten, denn die machen 25 Prozent der Gesamtkosten aus. Beides spricht derzeit für Asien."
Auch bei Infineon werde sich die regionale Struktur verschieben, weil der Konzern stärker Personal in Asien aufbauen werde. "Wenn aber die Rahmenbedingungen stimmen, wird es auch möglich sein, in Deutschland den Bestand an Stellen zu halten."
(APA | dpa)
