Kopierschutz auch für Analog-TV
In den USA haben sich HollywoodStudios und Technologiefirmen zusammengefunden, um neue Wege gegen das illegale Kopieren von TV-Inhalten zu finden.
Die "Analog Reconversion Discussion Group" [ARDG], die sich auch aus Vertretern von Philips, Microsoft und AOL zusammensetzt, sucht nach Möglichkeiten, vor allem das Kopieren analoger Inhalte weit reichend zu verhindern.
In vielen Haushalten stehen hauptsächlich analoge TV-Geräte, digitale TV-Signale müssen daher in analoge umgewandelt werden. Dabei gehen digitale Kopierschutzmaßnahmen wie Wasserzeichen verloren. Die Gruppe sucht nun nach Möglichkeiten, wie Kopierschutzmaßnahmen trotz Umwandlung in analoge Signale beibehalten werden können.
Digitales TV ab 2006 geplant
In einigen Jahren soll digitales Fernsehen weltweit verbreitet
sein. Digitale Fernseher sollen dann über digitale Set-Top-Boxen und
Breitbandanschlüsse direkt Inhalte beziehen können. Diese sollen mit
Wasserzeichen oder andern Maßnahmen vor Raubkopierern geschützt
werden. Noch nicht ganz ausgefeilt sind Lösungen, wie Aufnahmen für
den privaten Bereich trotzdem möglich sind.
USA wollen Digital-TV beschleunigenMix aus analog und digital
Bis das digitale das analoge Fernsehen vollständig abgelöst hat, befürchten die Studios, dass vor allem durch den Mix an digitalen und analogen Geräten vermehrt Inhalte kopiert und über P2P-Tauschbörsen verbreitet werden.
Damit würde der Weiterverkauf von Sendungen und Filmen an Fernsehstationen und DVD-Käufer schwieriger werden und eine nicht unbeträchtliche Einnahmequelle weniger Gewinn abwerfen.
Einige Teilnehmer der Gruppe sehen allerdings keine allzu große Bedrohung aus dieser Richtung. Der Großteil der Internet-Anbindungen sei zu langsam, um Videotausch im großen Stil betreiben zu können.
Verbreitung im Netz findet statt
Dem widerspricht die Tatsache, dass zahlreiche TV-Serien sehr
wohl im Netz Verbreitung finden. So sind Serien wie "Futurama"
genauso in Tauschbörsen zu finden wie aktuelle Filme, manchmal sogar
vor der offiziellen Kino-Premiere.
Oscar-Juror verbreitet "Herr der Ringe"Abwälzung der Verantwortung
Die ARDG will nur über technologische Lösungen beraten, die im Zusammenhang mit Piraterie von Bedeutung sein könnten. Sie will keine Vorgaben bezüglich zu schützender Inhalte machen.
Die Filmstudios ihrerseits drängen jedoch auf konkrete Resultate, um die Gruppe nicht zur Bedeutungslosigkeit verkommen zu lassen, vor allem weil der US-Kongress bereits Gesetze zu Piraterie und digitalem TV in Vorbereitung hat.
Bürgerrechtsschützer sehen in den Gesprächen auch Ansätze zur Abwälzung der Verantwortung gegenüber dem DMCA [Digital Millennium Copyright Act] von den Studios auf die Hardwarehersteller. Diese müssten sich bei jeder technischen Weiterentwicklung vorher um Abgleichung mit den Interessen der Studios bemühen, um diese auch schützen zu können.
