Antwort-Spam an "Gubwano Mumbasa"
Immer wieder finden sich in den Mailboxen Mails von Prinzen, Witwen ehemaliger Diktatoren und Mitarbeitern skrupelloser Ölmilliardäre aus Nigeria ein, die unbedarften Usern Millionengewinne versprechen.
Sie stellen sich als wichtige Regierungsmitglieder vor, die einen hohen Geldbetrag in Aussicht hätten und für sich geltend machen könnten. Das sei aber nur durch die Mithilfe eines Ausländers möglich, dafür werden prozentuelle Anteile versprochen.
In Nigeria macht diese Art, "Geschäfte" zu machen, angeblich bereits einige Prozent des BIP aus - die Schadenssummen bei den gutgläubigen Opfern gehen in die Hunderttausenden USD - mit teils tragischen Folgen: In Tschechien hat ein 72-jähriger Mann einen nigerianischen Diplomaten erschossen, der ihn auf diese Weise um seine gesamten Ersparnisse betrogen haben soll.
Eine unblutigere "Antwort" bietet eine Website, mit deren Hilfe Antwortmails generiert werden können. Diese fordern den Spam-Versender auf zu erklären, warum sein Fall wichtiger sei als ein anderer, bei dem vorgeblich sogar höhere Summen im Spiel sind.
Flobble.comSpam-Reply mit Haken
Was manchem genervten Spam-Empfänger ein gewisses Gefühl der Genugtuung verschaffen könnte, hat jedoch prinzipiell einen Haken: Die Betrüger erfahren durch die Antworten auf Spam-Mails, dass die jeweilige E-Mail-Adresse tatsächlich gültig ist.
Diese Information erhöht den Wert der E-Mail-Adresse beim Adresshandel mit anderen Spammern und somit die Wahrscheinlichkeit, künftig wieder mehr mit Angeboten fantastischer Penis- und Brustvergrößerungsmittel beglückt zu werden.
Eine Empfängerin einer solchen Mail hat aus Neugier geantwortet - entstanden ist ein reger und durchaus lesenswerter Mailwechsel.
Die Kizombe-Korrespondenz
