Angst der Verlage vor neuem Urheberrecht
In der Diskussion über das neue Urheberrecht hat die Fachverlagsgruppe BertelsmannSpringer vor dem "Verlust von Arbeitsplätzen" gewarnt.
Sollte das neue Urheberrecht wie geplant in Kraft treten, seien viele Verlagsarbeitsplätze in Deutschland gefährdet, schrieb der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Arnold Bahlmann, in einem Brief an die deutsche Justizministerin Brigitte Zypries.
Unter dem Dach der größten deutschen Fachverlagsgruppe sind etwa 70 Verlage aus Technik, Wissenschaft und Wirtschaft vereint. In Deutschland beschäftigt die Gruppe 3000 Mitarbeiter.
"Schwerer Schlag für Wissenschaftsverlage"
Bahlmann forderte Zypries auf, den Gesetzesentwurf zu
überarbeiten. Vor allem die geplante Regelung, wonach Bibliotheken
Inhalte aus Zeitschriften und Bücher ohne Erlaubnis der
Rechteinhaber scannen und über das Internet frei verfügbar machen
können, werde ein "schwerer Schlag für die Wissenschaftsverlage"
sein.
BertelsmannSpringerIn Zukunft könnten diese Dokumente ohne räumliche Begrenzung zur weiteren Nutzung frei sein - auch im Ausland. Keine Bibliothek würde es mehr für nötig halten, Zeitschriften in ausreichender Zahl zu abonnieren oder für die elektronische Fassung Lizenzen zu zahlen, befürchtet Bahlmann.
BertelsmannSpringer habe mehr als 8000 Lizenzvereinbarungen mit Bibliotheken in Deutschland und im Ausland, mit 12 Millionen Nutzern und 55.000 Individual-Lizenzen. Eine Vergütung über Verwertungsgesellschaften würde die Verlagskosten "nicht annähernd decken". Das Gesetz gefährde außerdem "die Bibliotheken als Mittler in der Informationsgesellschaft".
