20.02.2003

STUDIE

Bildquelle: fuZo

Milliardenverluste durch IT-"Graumarkt"

Der Handel mit Produkten rund um Computer und Software auf dem so genannten Graumarkt führt in der ohnehin gebeutelten IT-Branche einer Studie zufolge weltweit zu Verlusten in Milliardenhöhe.

Über nicht autorisierte Handelswege würden verbilligte Markenprodukte wie Computer und entsprechendes Zubehör im Wert von inzwischen jährlich 40 Milliarden USD umgesetzt, will die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in einer Studie herausgefunden haben.

Den Herstellern entstünden neben einem Imageschaden daraus jährlich Verluste von rund fünf Milliarden USD, bei steigender Tendenz.

Auch Vertragshändler beteiligen sich

Ursache für das stetige Wachsen des grauen Marktes sind laut Studie unter anderem Betrug sowie Missbrauch von Vertriebsvereinbarungen. Dabei hätten viele der verbilligt angebotenen Produkte ungültige oder nur im Ausland einklagbare Garantien. Zum Teil seien sie auch mit gefälschten Einzelteilen ausgestattet.

Selbst autorisierte Vertragshändler unterliegen der Studie zufolge der Versuchung, sich über fragwürdige Absatzwege am Graumarkt zu beteiligen. Rund 71 Prozent der befragten Händler würden diesen Markt nutzen, um im beinharten Preiskampf mithalten zu können.

Als Gegenmaßnahme empfiehlt KPMG, schärfere interne und externe Kontrollen bei den Vertragspartnern einzuführen. Umfragen hätten ergeben, dass nur jeder zweite Hersteller von seinen Händlern Nachweise über die Vertriebswege seiner Markenprodukte verlange.

Der graue Markt

Zur Vorgehensweise der Händler auf dem grauen Markt fand KPMG heraus, dass viele beispielsweise offizielle Rabattaktionen der Hersteller ausnutzten, um sich mit zahlreichen verbilligten Geräten einzudecken.

Oder sie kauften von insolventen Firmen große Mengen nicht abgesetzter Waren. Da sie diese dann aber nicht komplett auf herkömmliche Weise in ihren Geschäften losschlagen könnten, würden sie den Rest in der Regel auf dem grauen Markt anbieten.

Rund 36 Prozent der Befragten gaben an, dass Graumarktprodukte zehn bis 20 Prozent preiswerter verkauft würden. Andere hätten sogar von 20 bis 40 Prozent gesprochen.