18.02.2003

LUKRATIV

Bildquelle: ORF.at

Klingeltöne als Exportschlager aus Japan

Klingeltöne zur Individualisierung von Mobiltelefonen sind im Laufe des letzten Jahres zum lukrativen Geschäft geworden.

Allein in Japan und Europa haben die Konsumenten für die schrillen elektronischen Versionen ihrer Lieblingshits ungefähr eine Milliarde Euro ausgegeben.

Besonders in Japan läuft das Geschäft mit dem neuesten Gebimmel wie geschmiert, durchschnittllich 80 Millionen neue Klingeltöne werden jeden Monat bestellt.

Landesspezifische Copyright-Regeln

Während sich Klingeltöne in Japan hervorragend verkaufen lassen, stehen jenen japanischen Unternehmen, die ihren Erfolg im Ausland wiederholen möchten, teilweise unüberwindbare Hürden im Weg.

Das grundlegende Problem sind die landesspezifische Regeln der Urheberrechte für jene Lieder, auf denen die Ruftonmelodien beruhen. Das macht es aufwendig, zeitraubend und teuer, Klingeltöne legal auf den Markt zu bringen.

Denn gerade die Musikindustrie wittert in dem Klingelton-Boom ihre Chance, das zurückgehende Musikgeschäft mit Lizenzgebühren für den polyphonen Lieblingshit aufzufetten.

Abgelaufenes Copyright

Zwei Unternehmen musste schon bittere Erfahrungen mit dem Urheberrecht im Ausland machen.

Kyocera Communication Systems startete im Oktober 2002 ein eigenes Rufton-Service in Singapur. Statt der ursprünglich geplanten 7.000 Melodien werden bisher aber erst etwa 600 angeboten.

Da langwierige, komplizierte Verhandlungen mit vielen Rechteinhabern erforderlich gewesen wären, hat sich Kyocera einfach auf Songs beschränkt, deren Copyright schon ausgelaufen ist.

Exportschlager

Japans Industrie gibt jedoch noch nicht auf und verfolgt weiterhin das Ziel, die Ruftöne zum Exportschlager bei digitalem Content auszubauen.

Um das zu erreichen, fordern sie eine bessere Kooperation zwischen den Staaten in Bezug auf Copyright-Regeln.

Wegen des großen Andrangs im eigenen Land ist man von einem Weltmarktpotenzial in der zehnfachen Größe des heimischen Marktes überzeugt. Der Klingelton-Markt in Japan hat sich in den letzten drei Jahren von zehn auf 100 Mrd. Yen [etwa 780 Mio. Euro] verzehnfacht.