Chipindustrie gegen Handyriesen
Die alteingesessenen Handyhersteller werden zunehmend von Intel, Microsoft und einer Reihe von jungen asiatischen Herstellern bedrängt.
Etablierte Namen wie Nokia und Texas Instruments spielen die Bedrohung herunter, sind aber klug genug, um sie nicht zu verdrängen.
Letzte Woche hat Intel einen neuen Handychip vorgestellt, der an die asiatischen Hersteller MiTAC, Wistron, Maxon, Ningbo Bird, TCL und Legend verkauft wird. Lokale Hersteller in China, dem größten Handymarkt der Welt, gewinnen jeden Monat ein Prozent Marktanteil, so Arthur van der Poel, Vorstandsmitglied von Philips Electronics.
Komplettlösungen sind gefragt
Das ermöglicht den Chipherstellern, die Handyindustrie stärker zu
beherrschen. Gefragt sind nämlich nicht nur einzelne Chips, sondern
komplette Hard- und Softwarelösungen, die unter anderem von Intel
feilgeboten werden.
Intel3G in Asien mit mäßigem Erfolg
Intels Allianz in der Softwareindustrie, Microsoft, kann einen steigenden Absatzmarkt seiner Smartphone-Software verzeichnen. Damit steht das Unternehmen in direkter Konkurrenz zu Symbian, dem britischen Marktführer für Handysoftware.
Noch hat Symbian den Vorteil, dass es von Grund auf für Handys designt wurde und Rücksicht auf langsame Chips, kleine Displays und knapp bemessene Akkukapazität nimmt. Microsofts Lösung bietet zwar Kompatibilität zum gewohnten Office-Umfeld, ist im Grund seines Kernels aber immer noch ein Windows-System und für dementsprechende Ressourcen ausgelegt.
Mitentscheidend für die kommende Verteilung der Marktanteile ist die Einführung von 3G bzw. UMTS. Wunder erwartet sich aber keiner mehr vom neuen Standard. In Japan und Südkorea, wo bereits 3G-Netze gelauncht wurden, beträgt der Anteil des Datenverkehrs konsequent weniger als 25 Prozent. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde [ARPU] bleibt gleich.
Netzbetreiber sparen derzeit an allen Ecken und Enden - deshalb ist der Umsatz von Mobilfunk-Infrastruktur seit 2000 im Sinkflug begriffen. Bis dato ist der Umsatz um 25 Prozent gefallen, heuer sollen es nochmals zehn Prozent weniger werden.
EDGE kommt wieder
Deshalb soll auch eine tot geglaubte Technologie wieder aufleben: EDGE, das im Zuge des UMTS-Hypes in den Hintergrund trat. EDGE baut ähnlich GPRS auf vorhandener 2G-Technologie auf, ist billig, zuverlässig und bandbreiteneffizient. Theoretisch sind bis zu 384 Kilobit pro Sekunde möglich.
