Aufpassen beim Versicherungsvergleich

18.10.2006

Versicherungs-vergleich.at bietet eine Übersicht über Kfz-Haftpflichtprämien. Der Online-Vergleich birgt aber auch seine Tücken.

Seit vergangenem Wochenende ist mit versicherungs-vergleich.at eine österreichische Website für Prämienvergleiche online. Die Tochterfirma des Beratungsunternehmens GrECo aus Wien-Döbling bietet eine Übersicht über die Prämien von 18 Kfz-Versicherungsanbietern.

Der Anwender gibt anonym die für die Berechnung relevanten Daten wie Alter, Fahrzeugtyp und Stufe im Bonussystem an und das System errechnet daraus eine Preisrangliste der Anbieter.

Ein kurzer Test, den ORF.at am Dienstag mit den Daten eines Mittelklasse-Kompaktfahrzeugs (Benziner, 66 kW, Bonusstufe 0, Alter des Fahrers: 35 Jahre, gesetzlich vorgeschriebene Mindestdeckung) mit dem System ausführte, wies eine beim Anbieter HDI eine Differenz zwischen den Daten von versicherungs-vergleich.at und jenen des Prämienrechners auf hdi.at auf.

Kein automatischer Abgleich

Während versicherungs-vergleich.at auf 234,53 Euro kam, zeigte hdi.at 247,24 Euro [vor motorbezogener Versicherungssteuer] an. Nun ist diese Differenz nicht groß, aber dass es sie gibt, weist darauf hin, dass der Datenabgleich zwischen den Versicherern und der Vergleichswebsite nicht automatisch funktioniert.

"Die Versicherer schicken uns die Prämien per Mail zu und wir geben sie in unser System ein", sagt Alexander Huter, Projektleiter bei versicherungs-vergleich.at. "Die Prämien ändern sich sehr schnell. Es kann sein, dass ein bestimmtes Angebot schon nach zwei Stunden nicht mehr aktuell ist." Huter und ein Kollege versuchen, die Daten immer auf dem aktuellen Stand zu halten.

Vor dem Versichern: Rückversichern

Interessenten ist zu empfehlen, nicht allzu viel Zeit zwischen Vergleich und Abschluss verstreichen zu lassen. Will der Anwender ganz sicher sein, sollte er die Zahlen nochmals vom Versicherer selbst einholen.

In der benachbarten Schweiz ist mit Comparis.ch schon seit mehreren Jahren ein umfassender Versicherungsvergleich online. "Keine Versicherung hat uns ihre Tarife gegeben", erinnert sich Richard Eisler, der vor zehn Jahren Comparis aus der Taufe hob, "deshalb haben wir einen Webcrawler entwickelt, der bei jeder Anfrage die aktuellsten Daten aus den Online-Rechnern der Versicherungen holt und in einer Übersicht zusammenstellt."

Vernachlässigter Online-Markt

Von 14 Anbietern von Kfz-Versicherungen in der Schweiz verfügen sieben über einen Online-Prämienrechner. Der Vergleich über Comparis ist im westlichen Nachbarland mittlerweile gut etabliert.

"In Österreich gibt es noch keine einheitliche Schnittstelle für den automatischen Datenaustausch mit den Versicherern", sagt Huter. Zu wenige Versicherungen würden hier zu Lande einen Online-Rechner anbieten. Huter: "Die Versicherer glauben nicht an diesen Markt. Wir schon."

Versicherungs-vergleich.at will sein Angebot weiter ausbauen. Laut Huter sollen Vergleiche in den Bereichen Automobil-Kasko und Lebensversicherungen schon bald hinzukommen.

(futurezone | Günter Hack)