Foley-Bot: Belästigung auf Wunsch
Im US-Kongresswahlkampf treibt nun auch ein IM-Bot des Republikaners Mark Foley sein Unwesen.
Im September 2006 waren E-Mails und IM-Chatprotokolle aufgetaucht, die den mittlerweile zurückgetretenen Kongressabgeordneten Foley schwer belasteten. Foley hatte über Jahre hinweg minderjährige Kongressboten sexuell belästigt.
Die Affäre belastet die Republikanische Partei von US-Präsident George W. Bush im laufenden Kongresswahlkampf stark. Am 7. November wählen die US-Bürger ein neues Repräsentantenhaus und 33 Sitze im Senat.
Der gescriptete Neo-Politiker
Foleys Chat-Nickname "Maf54" ist mittlerweile ein Running Gag in den einschlägigen US-Comedy-Shows. Die New Yorker Künstlergruppe ni9e/Eyebeam Openlab hat nun einen "foleyIMbot" programmiert, von dem sich gelangweilte Chat-User sexuell belästigen lassen können.
"Strip down and get relaxed", empfiehlt der Foley-Bot. Seine schlüpfrigen Aussagen holt er sich aus den mittlerweile publizierten Original-Chatprotokollen des Republikaners.
Der Foley-Bot eröffnet Internet-Wahlkämpfern neue Perspektiven. Es steht zu befürchten, dass wir demnächst auch in Europa mit automatisierten Politiker-Bots rechnen müssen, die sich in virtuellen Elefantenrunden ihre Slogan-Scripts in Eliza-Manier um die Ohren hauen.
(futurezone | Günter Hack)
