Foley-Bot: Belästigung auf Wunsch

politik
18.10.2006

Im US-Kongresswahlkampf treibt nun auch ein IM-Bot des Republikaners Mark Foley sein Unwesen.

Im September 2006 waren E-Mails und IM-Chatprotokolle aufgetaucht, die den mittlerweile zurückgetretenen Kongressabgeordneten Foley schwer belasteten. Foley hatte über Jahre hinweg minderjährige Kongressboten sexuell belästigt.

Die Affäre belastet die Republikanische Partei von US-Präsident George W. Bush im laufenden Kongresswahlkampf stark. Am 7. November wählen die US-Bürger ein neues Repräsentantenhaus und 33 Sitze im Senat.

Der gescriptete Neo-Politiker

Foleys Chat-Nickname "Maf54" ist mittlerweile ein Running Gag in den einschlägigen US-Comedy-Shows. Die New Yorker Künstlergruppe ni9e/Eyebeam Openlab hat nun einen "foleyIMbot" programmiert, von dem sich gelangweilte Chat-User sexuell belästigen lassen können.

"Strip down and get relaxed", empfiehlt der Foley-Bot. Seine schlüpfrigen Aussagen holt er sich aus den mittlerweile publizierten Original-Chatprotokollen des Republikaners.

Der Foley-Bot eröffnet Internet-Wahlkämpfern neue Perspektiven. Es steht zu befürchten, dass wir demnächst auch in Europa mit automatisierten Politiker-Bots rechnen müssen, die sich in virtuellen Elefantenrunden ihre Slogan-Scripts in Eliza-Manier um die Ohren hauen.

(futurezone | Günter Hack)