12.02.2003

BREITBAND

Bildquelle: ATW/ORF.at

AOL-T-W macht sich selbst Konkurrenz

Die Bemühungen von AOL, einen Durchbruch beim Geschäft mit High-Speed-Internet zu erzielen, werden von der Konzernschwester Time Warner Cable [TWC] torpediert.

Das Aushängeschild von TWC in Sachen Breitband ist Road Runner, ein kleines Unternehmen mit knapp 300 Mitarbeitern, das einen gleichnamigen Breitbanddienst anbietet.

Im vergangenen Jahr freute sich Road Runner über ein zweistelliges Wachstum bei den Abonnenten des Service, während AOL erstmals in der Unternehmensgeschichte Rückgänge bei den Abonnenten beklagen musste.

Werbevorsprung

TWC wirbt für Road Runner mit Slogans wie "Easy to get, easy to use", "Unique Content" und "Lightning fast connections". Das alles kann der US-User für 44,95 USD im Monat per Kabelmodem haben.

Das Angebot des großen Provider-Bruders wird hingegen bei TWC nicht anders beworben als die Angebote der konzernfremden Konkurrenten MSN und EarthLink.

Das Road-Runner-Service habe zahlreiche Preise für Qualität und Kundenservice erhalten, so TWC-Sprecher Mark Harrad zur "Washington Post". Die Vermarktung von AOL sei bei TWC kein Thema.

AOL hat zurzeit weltweit 35,2 Mio. Kunden, wobei der Großteil davon einen herkömmlichen Telefonzugang benutzt. Die glorreichen Wachstumszahlen des Unternehmens aus den 90er Jahren sind nur noch Vergangenheit. Das Branchenwachstum spielt sich vor allem bei den High-Speed-Zugängen ab. Gerade in diesem Bereich halten sich die Erfolge von AOL in Grenzen. Die geringen Wachstumszahlen von AOL sind wiederum ein Grund für den rapiden Wertverfall des ISP seit der Fusion mit Time Warner. AOL-Gründer Steve Case hat in der Vergangenheit öfter den Wunsch einer Fusion mit TWC geäußert. Das scheiterte aber bisher an konzerninternen Machtkämpfen.