Napster vor Verkauf
Das Online-Musikservice Napster könnte schon bald einen neuen Eigentümer bekommen. Analysten zählen sowohl den weltgrößten Online-Einzelhändler Amazon.com als auch die Internet-Unternehmen Google und Yahoo zu den Interessenten. Der Verkauf könnte auch das Aus für die Marke Napster bedeuten.
Die Verkäufsgerüchte um den Online-Musikanbieter Napster verdichten sich. US-Analysten rechnen damit, dass zehn bis 15 Unternehmen am Musikaboanbieter interessiert sind.
Prominente Interessenten
Neben rivalisierenden Online-Musikdiensten wie Yahoo Music und Real Networks Rhapsody werden die Hardware-Hersteller Sony und Samsung als potenzielle Käufer genannt.
Auch Google und Amazon werden von Marktbeobachtern zum Interessentenkreis gezählt, berichtet das Online-Magazin "Red Herring".
Napster: Vom Tauschbörsenpionier zum Musikabodienst
Die 1998 vom Studenten Shawn Fanning gegründete Online-Tauschbörse Napster lehrte Ende des vergangenen Jahrtausends die Musikkonzerne das Fürchten. Zu Spitzenzeiten zählte das Tauschangebot rund 38 Millionen Nutzer.
Nach einer Kooperation mit dem Medienkonzern Bertelsmann und zahlreichen Klagen der Musikindustrie musste die Tauschbörse im Jahr 2001 ihr Service einstellen und kurz darauf Konkurs anmelden.
Die Marke Napster wurde vom Softwarekonzern Roxio gekauft, der sein Musikservice Pressplay unter dem Namen Napster neu startete.
Expansion
Napster hatte Mitte September die Investmentbank UBS damit beauftragt, einen Käufer oder Partner für das stockende Geschäft mit Musikabos zu finden.
Um sich für den Verkauf schön zu machen, expandiert das Unternehmen, das nach eigenen Angaben einen jährlichen Umsatz von 100 Millionen Dollar erwirtschaftet, weiter. Anfang Oktober wurde in Japan eine Niederlassung eröffnet.
Kooperationen mit Mobilfunkanbietern
Auch Kooperationen mit Mobilfunkbetreibern sind in Vorbereitung. Napster ist neben den USA und Kanada auch in Großbritannien und Deutschland aktiv.
Napster schreibt zwar weiterhin rote Zahlen, verfügt jedoch über ein mit rund 97 Millionen Dollar prall gefülltes Konto.
Musik zur Miete
Napster bietet neben Einzel-Downloads und einem Streaming-Abomodell auch das Aboservice "Napster to go" an, das es erlaubt, Songs vom Computer auf portable Musik-Player zu transferieren. Auf CD können die Lieder jedoch nicht gebrannt werden. Die "gemieteten" Tracks können nach Ablauf des Abos auch nicht mehr abgespielt werden.
Aus für die Marke Napster
Der bevorstehende Verkauf könnte auch das Aus für die traditionsreiche Marke Napster bedeuten.
Analysten rechnen damit, dass der Musikabodienst im Falle eines Kaufes durch einen Konkurrenten in einem rivalisierenden Service aufgeht.
Die Marke Napster, heißt es in Branchenkreisen, habe in den vergangenen Jahren an Strahlkraft verloren.
(futurezone | Red Herring)
