Verschlüsselung für RFID-Chips
Mathematiker von Siemens Corporate Technology stellen ein asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren für Funketiketten [RFIDs] vor.
Wie Siemens am Dienstag bekannt gab, gelang es den Wissenschaftlern, das Verschlüsselungsverfahren so kompakt zu gestalten, dass Hersteller es auch auf den winzigen RFID-Chips unterbringen können.
Damit ist es den Chipproduzenten möglich, die auf den RFID-Etiketten gespeicherten Informationen verschlüsselt über Funk auf die dazugehörigen Lesegeräte zu übertragen.
Bei dem Siemens-System erhalten die RFID-Chips ein Sicherheitszertifikat, das vom Lesegerät erkannt, aber nicht kopiert oder verändert werden kann. Die Innovation steckt dabei in dem mathematischen Verfahren, mit dem die Signatur des Zertifikats berechnet wird.
Asymmetrisches Verfahren
Laut Stephan Lechner, Leiter des Bereichs Sicherheitsforschung bei Siemens Corporate Technology, ist es damit zum ersten Mal möglich, ein asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren in der RFID-Kommunikation einzusetzen.
Das Verfahren soll beispielsweise zur Sicherung von RFID-Etiketten an Markenartikeln oder auf Frachtpapieren verwendet werden, um Fälschungen zu vermeiden.
Erst am Montag hat die für Kommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding in Brüssel die Ergebnisse einer von der Kommission durchgeführten Online-Umfrage bekannt gegeben, nach der sich 70 Prozent der Teilnehmer für verbesserte technische Datenschutzmaßnahmen in RFID-Systemen aussprachen.
Sicher, aber nicht sicher genug
Auch andere Entwickler wie das dänische Unternehmen RFIDsec arbeiten an Verschlüsselungstechnologien für die Chip-Etiketten. In einem Technologie-Paper auf seiner Website gibt RFIDsec jedoch zu bedenken, dass die bisher von dem Unternehmen entwickelten Verschlüsselungsverfahren zwar gut genug seien, kommerziellen Missbrauch von Funkchips zu verhindern, jedoch für den Einsatz in sensibleren Bereichen wie bei der Sicherung von Daten auf Pässen mit biometrischen Informationen bessere Technologien gefunden werden müssten.
