Download-Limits bald in ganz Europa
Was in Österreich schon lange üblich ist, soll nun in ganz Europa Brauch werden.
Nachdem die Breitband-Netzwerke durch den ansteigenden Peer-to-peer-Tausch [P2P] langsam überfordert werden, rechnet man bis Ende des Jahres mit der Einführung von Download-Limits für den Datentransfer in ganz Europa.
Das prognostizieren zumindest die Analysten von Jupiter Research. Immer mehr Internet-Nutzer holen sich Musiktitel und Filme über Tauschbörsen auf die eigene Festplatte, dadurch würden die Provider langsam in Bedrängnis geraten.
Derzeit 130 P2P-Applikationen verfügbar
Die Anzahl der P2P-Angebote im Internet ist in den letzten zwölf
Monaten um 300 Prozent gestiegen. Derzeit werden 130 verschiedene
P2P-Applikationen wie Kazaa, Morpheus und Grokster angeboten.
2002: Kräftiges Wachstum für P2P-SzeneZwei Fliegen mit einer Klappe
Laut Jupiter wird inzwischen bei vielen europäischen Anbietern von Breitband-Zugängen etwa die Hälfte des Datenaufkommens allein durch P2P-Dienste verursacht.
"Es ist zwar nicht der einzige Grund für die Internet-User, sich einen Breitbandzugang anzulegen, doch es ist ohne Zweifel eine richtige 'Killerapplikation'", sagte Dan Stevenson, Analyst bei Jupiter. "Das Problem ist nicht länger nur eines für die Entertainment-Industrie, auch die Provider leiden langsam unter dem riesigen Datenaufkommen."
Durch die Einführung eines Limits würden einerseits Einbußen bei der Geschwindigkeit aus der Welt geschafft, andererseits glaubt man damit ein angemessenes Mittel gegen den Download von urheberrechtlich geschütztem Material gefunden zu haben.
Chello "erlaubt" zehn GB/Monat
Chello hatte erst im August 2002 das seit Jahren gut gehütete
Geheimnis um seine "Fair Use Policy" gelüftet. Ein Download-Limit
von unter zehn GB wurde für die Einhaltung des "Fair Use" empfohlen.
Geheimnis um Fair-Use-Limit gelüftetEinführung bis Ende 2003
Bis Ende 2003 sollen Download-Limits demnach die Regel und nicht die Ausnahme in Europa sein.
Mit den begrenzten Download-Volumina würden die Provider allerdings auch den Zorn der User auf sich ziehen, die wohl kein Verständnis für solche Kürzungen bei den oft beworbenen "unlimitierten, Always-on"-Services aufbringen.
