Datenbank für Nazi-Raubkunst online

restitution
17.10.2006

Die Kunstdatenbank des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus ist jetzt über das Internet zugänglich.

Als "digitale Galerie" bietet sie ab Dienstag Informationen zu Kunst- und Kulturobjekten, die vermutlich während der NS-Zeit in Österreich entzogen wurden und in öffentlichen Besitz gelangt sind.

Opfer des NS-Kunstraubes auf der ganzen Welt sollen in der Datenbank gezielt nach entzogenen und zur Rückgabe geeigneten Kunstobjekten in Museen und Sammlungen des Bundes und der Stadt Wien suchen können.

Der Nationalfonds erhielt 1998/99 den gesetzlichen Auftrag, ihm übereignete Kunstgegenstände aus öffentlichem Besitz zu Gunsten von Opfern des Nationalsozialismus zu verwerten. Das gilt für jene Objekte, deren Erwerb im Zusammenhang mit dem NS-Regime steht, für die aber keine Rückstellungsberechtigten ausfindig zu machen sind.

Suche nach Erben

Ziel der Kunstdatenbank ist es, die Zeit vor Abschluss der offiziellen Provenienzforschung bestmöglich und im Sinne einer erweiterten Erbensuche zu nutzen, indem bedenkliche Objekte weltweit bekannt gemacht werden.

Berechtigte sollen von den Kunstgegenständen Kenntnis erlangen und diese beanspruchen können. Die Datenbank beinhaltet einen nach Kategorien geordneten Katalog von mehreren tausend Kunst- und Kulturgegenständen.

Herkunft soll geklärt werden

Ein Teil davon wurde laut Ergebnissen der Provenienzforschung während der NS-Zeit entzogen, während hinsichtlich anderer Gegenstände die Bedenklichkeit der Herkunft noch zu klären ist.

Die ersten Schritte zur Realisierung der digitalen Galerie wurden bereits im Sommer 2005 gesetzt, als entsprechende Kooperationen durch den Nationalfonds eingeleitet wurden.

(APA)