12.02.2003

NETZ & KULTUR

Bildquelle: ORF.at

Der Ausverkauf der .edu-Domain

Die Top-Level-Domain [TLD] ".edu", die bisher nur Universitäten und [mindestens] vierjährigen Colleges vorbehalten war, kann ab April auch an andere, nicht universitäre Schuleinrichtungen vergeben werden.

Dadurch können Bibel-Colleges, Ballettschulen und Ausbildungsinsitute für Eheberatung die gleiche Domainendung wie die Yale-Universität und Harvard beantragen, gab das US-Commerce-Department bekannt.

2002 war die Aufsicht vom kommerziellen Anbieter Verisign an das nicht kommerzielle Konsortium Educause übergegangen. Die Entscheidung wurde damals begrüßt, denn Educause setzte sich aus Mitgliedern der Bildungsträger zusammen und man erhoffte sich damit eine bessere Zusammenarbeit. Mit dem Wechsel sind aber auch die Hürden für die Registrierung der ".edu"-Domains gefallen.

Neue Bestimmungen für ".edu"

Educause hatte bei der Übernahme die bisherigen Registrierungsbestimmungen geändert, damit auch die 1.600 Community-Colleges eine ".edu"-Endung erhalten können.

Die war ihnen auf Grund der strengen Richtlinien bis dato verweigert worden, obwohl sich ein Viertel der Colleges bei der Einführung 1985 bereits eine solche Endung gesichert hatten.

Die Colleges sahen darin naturgemäß einen "Wettbewerbsnachteil", da die Ausweichadressen teils kompliziert waren und die Studenten Schwierigkeiten hatten, die Websites zu finden.

Im Moment verwaltet Educause rund 7.500 Domainnamen, diese Zahl könnte sich in naher Zukunft allerdings rasch steigern.

ISOC verwaltet ".org"

"Edu" war ursprünglich für alle Ausbildungseinrichtungen wie Colleges und Schulen gedacht. Doch dann wurde sie auf vierjährige Colleges und Universitäten eingeschränkt. Schulen und zweijährige Colleges konnten sich unter den Endungen der Bundesstaaten registrieren lassen.

Auch die Top-Level-Domain ".org" hat mit der Internet-Society [ISOC] einen neuen Verwalter bekommen. Laut ICANN hat sich die ISOC gegen zehn weitere Bewerber durchgesetzt. Verisign musste die Kontrolle über ".org" abgeben, um ".com" behalten zu dürfen.

Die ISOC ist für die globale Kooperation und Koordination des Internets, seiner Technologien und Anwendungen zuständig. Die Mitglieder setzen sich aus mehr als 100 Organisationen und 6.000 Personen zusammen.