Freie Entwickler gegen MS-Patentpläne
Microsoft hat in den USA Patente für die Schnittstellen seiner .Net-Plattform beantragt.
Die genaue Kenntnis und die Verwendung der "Application Programming Interfaces" [APIs] sind allerdings für die Entwicklung von Software, die mit den .Net-Produkten zusammenarbeiten soll, unabdingbar.
Kritiker befürchten jetzt, dass Microsoft über die Patentierung der Schnittstellen die Kontrolle darüber erhalten will, wer Software für .Net-Anwendungen entwickeln darf und wer eben nicht.
Der Konzern lehnte bisher einen Kommentar zu den Patentplänen ab, aber Patentanwälte sehen bei einer Erteilung "drastische Konsequenzen" für freie Entwickler.
Widerstand angekündigt
Der Patentversuch Microsofts dürfte allerdings auf entschiedenen Widerstand stoßen, da das "Mono Project" für diesen Fall bereits angekündigt hat, "bereits bekannte Arbeiten [Software] ausfindig zu machen, die eine Patentierung unmöglich machen".
Als ob der Konzern von vornherein auf diesen Fall vorbereitet sein wollte, ist in dem Patentantrag allerdings wiederum die Rede davon, dass die eingereichten APIs im Zweifelsfall als "beispielhaft" zu verstehen seien.
Ein Schritt vor und zwei zurück
Microsoft hat erst im letzte August Informationen zu APIs von
Windows 2000 und XP offen gelegt, die bislang undokumentiert waren.
Das war offensichtlich Teil der Bemühungen, im Kartellprozess einen
gütlichen Ausgang zu erreichen.
Microsoft gibt Windows-Geheimnisse preisLinux für .Net
Das Mono Project wurde ins Leben gerufen, um Tools zu entwickeln, mit denen Entwickler .Net-Web-Services unter Linux und Unix entwickeln und laufen lassen können.
Ein Ziel des Projekts ist es, die von Microsoft eingeführte Common Language Infrastructure auf Linux und Unix abzubilden.
.Net-Framework für Linux und Unix
