Der Kampf um den Businesskunden
Die heimischen Mobilfunkbetreiber versuchen einander auf einem weitgehend gesättigten Markt Marktanteile abzujagen.
Am profitabelsten ist das im Geschäftskundensektor. Dort ist der durchschnittliche Umsatz pro Kunde [Average Revenue per Subscriber, ARPU] am höchsten.
Während die Mobilkom Austria seit vergangener Woche Neukunden aus dem Bereich der Klein- und Mittelbetriebe mit einer Grundgebührenbefreiung für drei Monate lockt, erlässt One allen neuen Businesskunden nun gleich ein Jahr lang die Grundgebühr - laut One-Mitteilung von Dienstag eine Kostenersparnis von 300 Euro pro Telefonierer und Jahr.
Angebot bis 31. März
Auch die "One Box Profi" sowie die zweite Leitung sind laut One
gratis. Das neue Offert gilt für alle Anmeldungen zum Tarif
"Professional One" zwischen 27. Jänner und 31. März 2003 bei 24
Monaten Bindung.
OneIT-Infrastruktur für KMUs
"Im Businesssektor haben wir derzeit elf Prozent Marktanteil. Diesen wollen wir bis zum Jahresende um vier Prozentpunkte anheben", umreißt Christian Czech, Marketingchef von One, im Gespräch mit der futureZone die Details.
Der Kampf um den Kunden sei "etwas aggressiver" geworden, "als es der Markt auf Grund des Ex-Monopolisten bisher gewohnt war". Die Kampagne zur 12-Monats-Grundgebührbefreiung laufe "sehr gut".
Darüber hinaus bietet One seit heute "One Mobil Office Easy" an, eine IT-Infrastrukturlösung für Klein- und Mittelbetriebe. Damit haben die Unternehmen Zugriff auf Exchange-Server und andere Serverdienstleistungen, ohne eine eigene Infrastruktur aufbauen oder einen Systemadministrator beschäftigen zu müssen.
Der zweitgrößte heimische Mobilfunkanbieter T-Mobile Austria und der Wiener Telekom- und Internet-Provider UTA Telekom AG haben unterdessen heute eine Kooperation im Geschäftskundenbereich angekündigt.
Das gemeinsame Angebot soll Klein- und Mittelunternehmen [KMU] bei firmeninternen Telefonaten - egal ob vom Handy oder Festnetz - eine Kostenreduktion "von bis zu 50 Prozent" ermöglichen.
VPNs für KMUs
Das neue Modell sei eine Kombination aus dem
T-Mobile-Firmennetzwerkangebot [VPN - Virtual Private Network] und
der UTA-Businesstelefonie. Zwischen 30 und 35 Prozent aller
Gespräche würden im eigenen Unternehmen geführt, wobei 30 Prozent
aller Festnetzgespräche in Mobilfunknetze gingen. KMUs mit
mindestens drei Handys im Betrieb könnten nun mit einem VPN Kosten
sparen, was bisher nur großen Unternehmen möglich gewesen sei.
UTAUTA-Vorstand Johannes Schwertner sieht in der Kooperation mit T-Mobile einen "strategischen Gegenpol zum Ex-Monopolisten, dem nichts Vergleichbares gelungen ist".
Für die UTA bedeute die Zusammenarbeit eine "weitere Stärkung des Geschäftskundenbereichs", der inzwischen auf 60.000 Kunden angewachsen sei.
Auf die Frage, ob die Kooperation mit T-Mobile nicht ein Widerspruch zur Zusammenarbeit der UTA mit dem Mobilfunker One im Großkundenbereich sei, meinte Schwertner: "Die Kooperation mit One läuft für bestehende Kunden weiter. Die Produkte werden in Zukunft aber nicht mehr aktiv angeboten." Bei One reagiert man darauf gelassen: Der UTA stehe es natürlich frei, sich neue Partner zu suchen.
