Ein IT-Schulversuch für Netzwerker
Mit dem abgelaufenen Semester haben die ersten Absolventen eines kommenden Schulzweigs ihre Ausbildung abgeschlossen. Noch ist es ein Schulversuch, der an vier österreichischen HTLs in Wien und Kärnten läuft.
Die dreieinhalbjährige Ausbildung [später vier] nennt sich "Fachschule für Datentechnik" und ist auf die Netzwerk-Praxis zugeschnitten. Die ersten fünfzig Schüler haben sie in Wien nun erfolgreich absolviert.
Die Direktoren der betreffenden HTLs Rennweg und Spengergasse sind zuversichtlich, dass diese betont praxisbezogene Ausbildung Zukunft hat. Der Leiter des Schulversuchs im Bildungsministerium, Christian Dorninger, ist ebenso optimistisch und sieht für die Absolventen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Dass Linux zu dieser Ausbildung gehört, darüber sind sich die Direktoren Wolfgang Hickel [Spengergasse] und Martin Weissenböck [Rennweg] jedenfalls einig.
HTL RennwegDie beiden HTLs sind maßgeblich an der Entwicklung des "Austrian Open Source Certificate" [AOSC] beteiligt, das uanbhängig von der schulischen Ausbildung erworben werden kann.
HTL SpengergasseWer den Test hackt, kriegt einen Einser
An beiden Schulen gibt es bereits zahlreiche Träger des Zertifikats, obwohl die Prüfungen derweil noch "manuell" erfolgen. An Automatisierung und Debugging des Testprogramms wird noch gearbeitet.
Die fuZo-Frage, ob es dabei auch um Absicherung gegen Hacks zur Erschleichung des Diploms ginge, quittieren die Herren mit Amüsement. Wenn jemand gut genug sei, dieses Programm zu hacken, dann habe er das Linux-Zertifikat auch redlich verdient.
In seiner Freizeit dilettiert Weissenböck persönlich als Webmaster von AOSC.at. Weil ihm das nur mit MS-Frontpage möglich ist, hofft er auf "Toleranz" und ist für jede Unterstützung dankbar.
AOSCÜber 40 in Kärnten
In Kärnten, wo der Schulversuch ein Jahr später begonnen hat, kommen die ersten Absolventen logischerweise erst im nächsten Frühjahr.
Direktor Gerald Schlatte, den wir beim Sichten einer gespendeten Ladung von alten Rechnern am Telefon erwischten, erwartet über 40 Absolventen. Wer es bis jetzt geschafft habe, hätte die besten Chancen auf einen Abschluss im nächsten Jahr, sagte er zur fuZo.
HTBLA Klagenfurt
