Absatzrückgang für BenQ in Deutschland

Pleitefolgen
15.10.2006

Nach der Pleite des Handyherstellers BenQ Mobile muss der taiwanesische Mutterkonzern BenQ in Deutschland starke Einbußen beim Verkauf seiner Produkte hinnehmen.

Betroffen sind nicht nur Mobiltelefone, sondern das gesamte Produktportfolio des taiwanesischen Unternehmens, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf eine Umfrage im deutschen Elektro- und Computerhandel.

"Langfristig schädliche Folgen"

Oliver Hopp vom Marktforschungsinstitut GfK sprach gegenüber der Zeitung davon, dass sich nach der Pleite von BenQ Mobile "langfristig schädliche Folgen" für das taiwanesische Unternehmen in Deutschland abzeichneten.

Unter der Pleite von BenQ Mobile in Deutschland leiden auch die Geschäfte in Österreich. Die mobilkom austria hat als erster heimischer Netzbetreiber offene Bestellungen auf Eis gelegt.

Siemens nicht betroffen

Nicht betroffen von der Kaufzurückhaltung der deutschen Konsumenten ist hingegen Siemens, der ehemalige Mutterkonzern von BenQ Mobile. Laut einer Sprecherin der Bosch-Siemens Haushaltsgeräte GmbH ist es in den vergangenen Wochen zu keinem Absatzrückgang gekommen.

"Abwrackprämie"

Siemens wird im Zusammenhang mit der Insolvenz von BenQ Mobile von den Gewerkschaften heftig kritisiert.

Dabei wird auch der Ton zunehmend schärfer. Ein Sprecher der deutschen IG Metall erhob in der aktuellen Ausgabe der Berliner Zeitung "Welt am Sonntag" den Vorwurf, Siemens habe dem taiwanesischen BenQ-Konzern sein früheres Tochterunternehmen ohne Bedingungen überlassen und dafür auch noch eine "Abwrackprämie" bezahlt.

BenQ Mobile hatte vor zwei Wochen Insolvenzantrag gestellt. BenQ hatte vor einem Jahr die Handysparte von Siemens übernommen.

Der Insolvenzverwalter von BenQ Mobile prüft derzeit die Option, dass BenQ Mobile künftig Handys für andere Auftraggeber produziert und nicht mehr unter eigenem Namen verkauft. Mit dem neuen Geschäftsmodell soll das insolvente Unternehmen gerettet werden.