Remis im Spiel Mensch gegen Maschine
In der spektakulären Auseinandersetzung zwischen Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow und dem Schachcomputer "Deep Junior" hat es keinen eindeutigen Sieger gegeben.
In ihrer letzten von insgesamt sechs Partien in New York trennten sich die beiden Gegner am Freitag mit einem Unentschieden.
Kasparow hatte zuvor ebenso wie das derzeit beste Schachprogramm der Welt jeweils zwei Spiele für sich entschieden. Eine weitere Partie endete mit einem Remis.
750.000 zu 250.000 USD
Kasparow und die Programmierer von "Deep Junior" teilen sich
damit das Preisgeld von insgesamt 500.000 USD. Der ehemalige
Weltmeister erhält für sein Antreten weitere 500.000 USD. Mit der
Partie in Manhattan wollte Kasparow seine Niederlage von Mai 1997
ausbessern. Damals war er dem Schachcomputer "Deep Blue" unterlegen.
Runde 5: "Unentschieden" gegen Deep JuniorDennoch übt er sich in Bescheidenheit. "Ich hoffe, durch meine Erfahrung zu neuen Standards beizutragen und auch zu beweisen, dass menschliche Spieler nicht chancenlos sind", sagte der 39-Jährige vor Beginn der ersten Runde.
Der in Aserbaidschan geborene Kasparow wurde 1985 im Alter von 22 Jahren zum jüngsten Schachweltmeister aller Zeiten. Seinen Titel verlor er 2000 an den Russen Wladimir Krammnik, er gilt aber immer noch als der stärkste Schachspieler.
Auch "Deep Junior" angriffslustig
Das Programm "Deep Junior" der israelischen Autoren Amir Ban und Shay Bushinsky hält derzeit den Weltmeistertitel unter den Schachprogrammen.
Es kann rund drei Millionen Schachzüge pro Sekunde errechnen, "Deep Blue" kalkulierte dagegen zwischen 200 und 300 Millionen Züge pro Sekunde.
"Deep Junior" kann Experten zufolge Entscheidungen jedoch viel flexibler treffen. Im Stil ähnelt Junior sogar Kasparov, denn das Programm spielt kompromisslos auf Angriff und opfert dafür gerne auch Bauern und wenn notwendig Figuren.
