08.02.2003

SCHACH

Bildquelle: ORF.at

Remis im Spiel Mensch gegen Maschine

In der spektakulären Auseinandersetzung zwischen Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow und dem Schachcomputer "Deep Junior" hat es keinen eindeutigen Sieger gegeben.

In ihrer letzten von insgesamt sechs Partien in New York trennten sich die beiden Gegner am Freitag mit einem Unentschieden.

Kasparow hatte zuvor ebenso wie das derzeit beste Schachprogramm der Welt jeweils zwei Spiele für sich entschieden. Eine weitere Partie endete mit einem Remis.

Dennoch übt er sich in Bescheidenheit. "Ich hoffe, durch meine Erfahrung zu neuen Standards beizutragen und auch zu beweisen, dass menschliche Spieler nicht chancenlos sind", sagte der 39-Jährige vor Beginn der ersten Runde.

Der in Aserbaidschan geborene Kasparow wurde 1985 im Alter von 22 Jahren zum jüngsten Schachweltmeister aller Zeiten. Seinen Titel verlor er 2000 an den Russen Wladimir Krammnik, er gilt aber immer noch als der stärkste Schachspieler.

Auch "Deep Junior" angriffslustig

Das Programm "Deep Junior" der israelischen Autoren Amir Ban und Shay Bushinsky hält derzeit den Weltmeistertitel unter den Schachprogrammen.

Es kann rund drei Millionen Schachzüge pro Sekunde errechnen, "Deep Blue" kalkulierte dagegen zwischen 200 und 300 Millionen Züge pro Sekunde.

"Deep Junior" kann Experten zufolge Entscheidungen jedoch viel flexibler treffen. Im Stil ähnelt Junior sogar Kasparov, denn das Programm spielt kompromisslos auf Angriff und opfert dafür gerne auch Bauern und wenn notwendig Figuren.