07.02.2003

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Bildquelle: ESA

Alte Satelliten sollen Verkehrsfunk senden

Die European Space Agency [ESA] testet in zwei parallelen Projekten eine Verwertung von "pensionierten" Fernsehsatelliten für digitale Verkehrs-Radioservices.

Die von den ESA-Technikern vorgeschlagene Methode könnte neue digitale Services ermöglichen, ohne dass ein zusätzlicher teurer und maßgefertigter Satellit gestartet werden muss.

Die Services sollen nach den Angaben der ESA den Autofahrern neben dem üblichen Radioprogramm auch Zusatzinformationen zur Verkehrslage, Musikstücken oder dem Wetter bieten.

Nach 15 Jahren ausgedient

Die Lebensdauer eines Satelliten wird von den Treibstoffreserven bestimmt, mit denen er in seiner Umlaufbahn gehalten wird, damit die fixen Fernseh-Antennen am Boden das TV-Signal empfangen können.

Ist der Treibstoff nach rund 15 Jahren Betriebszeit verbraucht, kann der Satellit nicht mehr für Fernsehübertragungen genutzt werden. Für digitale Radioübertragungen ist allerdings keine so genaue Position nötig.

Die ESA-Techniker schlagen daher vor, einen Satelliten mit geringen Treibstoffreserven nur in seiner Ost-West-Achse zu stabilisieren, ansonsten aber auf seiner Position driften zu lassen. Da der meiste Treibstoff für die Korrektur der Position in Nord-Süd-Richtung verbraucht wird, könnten damit bis zu fünf Jahre zusätzlicher Nutzungsdauer gewonnen werden.

Ausgleich durch Autoantenne

Die Veränderungen in der Position des Satelliten werden von der Digital-Antenne im Fahrzeug ausgeglichen, die den Transponder des Satelliten verfolgt. Diese Antenne muss ohnehin beweglich sein, um die Bewegungen des Fahrzeugs zu kompensieren.

Übertragung mit Cache-System

Da die Übertragung immer wieder durch Abschattungen wie Gebäude oder Tunnel unterbrochen wird, ist allerdings eine Echtzeit-Übertragung nicht zielführend. Die ESA-Techniker arbeiten daher an einem Cache-System. Die Übertragungen würden damit immer in Voraus heruntergeladen.

Der User kann dann unter den Inhalten im Cache des Fahrzeugempfängers wählen und so sein Programm individuell zusammenstellen. Mit diesem System ließe sich nach Einschätzung der ESA-Entwickler ein digitaler Verkehrsfunk mit der gleichen Qualität aber zu einem Bruchteil der Kosten wie die Systeme in den USA verwirklichen. Ein kommerzieller Prototyp soll in runf fünf Jahren verfügbar sein.