Minisonde funkt Blutwerte aus dem Körper
Eine neue Minisonde von Aachener Forschern kann Blutdruckwerte direkt aus der Arterie nach außen funken. Das Gerät soll eine Langzeitkontrolle bei Hochdruck-Patienten ermöglichen.
Die nur zwei Millimeter dicke Sonde misst Blutdruck- und Temperaturwerte direkt in der Blutbahn und übermittelt diese drahtlos an eine Lesestation, die der Patient am Körper trägt.
Der Minisensor soll in zwei Jahren marktreif sein.
Einsetzen der Sonde
Die Sonde besteht aus einem Mikrochip in einer Silikonkapsel.
Über eine Punktion am Gesäß wird sie mit einem Katheter zu einer
Arterienverzweigung knapp unter der Haut geschleust und ausgesetzt.
Dort soll sie mit drei elastischen Haltebeinchen hängen bleiben.
Intravasales DruckmessystemZehn Mal pro Sekunde
Der Mikrochip funkt zehn Mal pro Sekunde die aktuellen Temperatur- und Blutdruckwerte an die Lesestation. Die Energie bezieht die Sonde über eine winzige Antenne aus den elektromagnetischen Wellen des Lesegerätes. Nach der Messung bleibt sie im Körper.
Die gespeicherten Daten kann der Arzt später am Computer auswerten.
Aus den Messungen könne auch die Herzfrequenz abgelesen und mögliche Herzrhythmusstörungen festgestellt werden, sagte der Mediziner Thomas Schmitz-Rhode vom Universitätsklinikum Aachen, der die Sonde mitentwickelt hat.
Bis zu einem halben Jahr
Zielgruppe seien vor allem "Problempatienten" mit extrem hohem
und schwer zu behandelndem Blutdruck. Die Langzeitmessung von bis zu
einem halben Jahr könne die bisherige 24-Stunden-Messung mit einer
Manschette ersetzen.
Institut für Werkstoffe der ElektrotechnikReichweite muss erhöht werden
Allerdings bereitet die Reichweite der Funkkapsel den Forschern derzeit noch Probleme.
Mit nur drei Zentimetern ist sie noch zu kurz. Die Reichweite soll sich jedoch noch auf acht Zentimeter steigern lassen, was "auch für Patienten mit komfortablem Fettpolster" genügen würde.
