Österreicher shoppen gerne online

13.10.2006

Das Internet spielt bei den Kaufentscheidungen der Österreicher eine immer wichtigere Rolle. Über zwei Drittel entscheiden mittels Online-Recherche, wohin sie auf Urlaub fahren, 45 Prozent, welches Handy sie kaufen wollen - Tendenz steigend.

Die österreichischen Verbraucher verlassen sich im Vergleich mit den Konsumenten weltweit gerade bei elektronischen Geräten und Reisen deutlich mehr auf ihre Recherchen im World Wide Web, geht aus einer neuen Studie von ACNielsen hervor.

Über dem weltweiten Durchschnitt

Mehr als die Hälfte der Österreicher sucht etwa im Netz nach dem passenden MP3-Player, weltweit sind es 42 Prozent.

Im Schnitt ziehen an die 54 Prozent der Verbraucher rund um den Globus das Netz heran, um ihre Reisen auszuwählen. Bei Handys sind es 39 Prozent.

Beim Kauf eines Autos greifen 44 Prozent der Österreicher auf Erfahrungswerte mit einer Automarke zurück, weltweit sind es 38 Prozent. Der gute Ruf eines Wagens allein ist nur für 19 Prozent der Österreicher ausschlaggebend, global sind es 46 Prozent der potenziellen Autobesitzer.

Mode und Schmuck bleibt "real"

Mode wird aber weiterhin am liebsten im realen Leben eingekauft. Die meisten Käufe, nämlich 66 Prozent, basieren auf Spontanentscheidungen beim Schaufensterbummel. Weltweit lassen sich nur 44 Prozent allein durch den schnellen Blick zum Kauf hinreißen.

Dennoch nutzen die Österreicher auch in diesen Bereichen das Netz für ihre Recherchen zu einem bestimmten Produkt [24 Prozent für Mode, 20 Prozent für Schmuck].

In der Studie über das Konsumverhalten [Consumer Confidence Survey], die zwei Mal im Jahr online durchgeführt wird, hat ACNielsen im Mai und Juni 2006 an die 22.780 Verbraucher aus 41 Ländern der Regionen Europa, Asien, Nordamerika und Baltikum befragt.

Shopping-Meile geht online

An einer Online-Präsenz komme heute kein Unternehmen mehr vorbei, so ACNielsen-Geschäftsführer Martin Prantl.

Längerfristig werde die Mehrheit der Verbraucher ihre Kaufentscheidungen anhand von Infos aus dem Netz treffen. Es sollen vor allem die Kategorien betroffen sein, in denen sich Dienstleistungen zunehmend zum Massenprodukt entwickeln: Urlaub und Reisen, Banken, Kredite und Handys.

Die Einkaufsmeile der Zukunft ist für Prantl auch gut ohne traditionelle Reisebüros, Handyläden und Bankfilialen denkbar. "Vielmehr dürften dort bald ausschließlich Geschäfte zu finden sein, deren Ware der Kunde nur schlecht online prüfen kann, weil er sie vor dem Kauf sehen, fühlen und gegebenenfalls anprobieren möchte."

(futurezone | APA)