Italien: Regierung bricht TV-Markt auf

old media
13.10.2006

Die italienische Regierung will mit einem neuen Fernsehgesetz das Duopol auf dem italienischen TV-Markt knacken. Ex-Ministerpräsident und Medien-Tycoon Silvio Berlusconi schäumt.

Bisher teilen sich der staatliche Sender RAI und der Konzern des Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, Mediaset, gut 85 Prozent des TV-Geschäfts in Italien. Beide Unternehmen sollen nun die Frequenzen je eines Kanals ans digitale Fernsehen übergeben. Das Kabinett hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf am Donnerstag genehmigt. Die Befürworter des Gesetzes versprechen sich davon einen stärkeren Wettbewerb auf dem TV-Werbemarkt.

Berlusconi: "Akt des Banditentums"

Bei Mediaset stieß der Vorstoß auf harsche Kritik. "Das wäre ein Akt des Banditentums", sagte Berlusconi. Das Gesetz sei ein "politischer Rachefeldzug" gegen Mediaset, teilte das Unternehmen mit. Telekom-Minister Paolo Gentiloni wies die Kritik zurück. "Ich bin kein Bandit", sagte er.

Dieser Schritt sei keine Bestrafung der Sender, sondern solle die Digitalisierung vorantreiben, sagte Gentiloni. Bisher verfügen die beiden Sendeanstalten über je drei terrestrische Kanäle. Sie haben nach dem In-Kraft-Teten des Gesetzes 15 Monate Zeit, um je einen dieser Kanäle für das terrestrische Digital-TV freizumachen. Bis 2012 sollen sämtliche terrestrischen Kanäle digitalisiert werden. Das Parlament muss dem Gesetzesentwurf noch zustimmen.

(futurezone | Reuters)