BenQ Mobile: Weiter Bangen um Jobs

Pleite
12.10.2006

Der Insolvenzverwalter des Handyherstellers BenQ Mobile hat bei einer Mitarbeiterversammlung den Abbau von Stellen angekündigt. Der taiwanesische BenQ-Konzern fordert unterdessen die letzte Rate für die ehemalige Siemens-Handysparte ein.

Die rund 3.000 Beschäftigten des insolventen Handyherstellers müssen weiter um ihre Jobs bangen. Bei einer Mitarbeiterversammlung kündigten der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager und Vertreter der Agentur für Arbeit am Donnerstag in München einen Stellenabbau an, nannten aber noch keine konkreten Zahlen.

Am Vortag hatte eine Sprecherin des Insolvenzverwalters eine Zahl in der Größenordnung von 1.000 bedrohten Arbeitsplätzen bei BenQ Mobile als "nicht ganz unrealistisch" bezeichnet. Besonders gefährdet seien die Arbeitsplätze in der Verwaltung in München.

Konzentration auf europäischen Markt

BenQ Mobile will künftig nur noch auf dem europäischen Markt agieren, berichtete die Betriebsratsvorsitzende Susanne Kahlweg von der Betriebsversammlung: "Wir sind kein globales Unternehmen mehr."

Auffanggesellschaft

Am Donnerstag wird der Insolvenzverwalter mit Vertretern der Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Bayern, von Siemens sowie von der Bundesagentur für Arbeit und der IG Metall zusammentreffen, um über eine mögliche Auffanggesellschaft zu beraten.

Siemens hatte die Gründung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft für gekündigte Mitarbeiter angeregt. Der Konzern wäre bereit, Geld aus seinem Härtefonds dafür zur Verfügung zu stellen. Eine solche Auffanggesellschaft müsste unter dem Dach der insolventen BenQ Mobile eingerichtet werden.

Forderungen aus Taiwan

Unterdessen fordert der taiwanesische BenQ-Konzern von Siemens verbleibende Zahlungen für die ehemalige Siemens-Handysparte ein und droht bei Nichterfüllung mit Schadenersatzforderungen.

Siemens hatte nach der Pleite der deutschen BenQ Mobile angekündigt, die Schlussrate über rund 100 Millionen Euro auf ein Treuhandkonto zu überweisen. Die Rechtslage zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft sei nicht geklärt, begründete Konzernchef Klaus Kleinfeld das Vorgehen unter Berufung auf ein Schreiben des Insolvenzverwalters.

BenQ Mobile hatte vor etwa zwei Wochen Insolvenzantrag gestellt. BenQ hatte vor etwa einem Jahr die Handysparte von Siemens übernommen.

(APA | Reuters)