04.02.2003

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Bildquelle: PhotoDisc

Porno-Blocker schluckt Gesetzesentwürfe

Nachdem im vergangenen Monat ein neues E-Mail-Filtersystem im britischen Unterhaus installiert wurde, scheint diese Maßnahme der Arbeit der 659 Abgeordneten mehr zu schaden als zu nutzen.

Allein in der ersten Woche wurden über 900 "obszöne" E-Mails geblockt, darunter auch Debatten zwischen den Abgeordneten über ernsthafte Themen wie den geplanten Gesetzesentwurf gegen Sexualdelikte.

Eingeführt wurde der strenge Porno-Blocker nachdem sich die Abgeordneten über die tägliche Spamlawine mit Sex- und Pornoinhalten beschwert hatte.

Abgeordnete wollen Sittenwächter wieder loswerden

Das Filtersystem wurde zwar in guter Absicht aber ohne Vorwarnung installiert. Einige Mitglieder des Unterhauses fordern nun die Entfernung des allzu strengen Sittenwächters, bis jegliche Kinderkrankheiten aus der Welt geschafft wurden.

Liberal-Demokrat Paul Tyler kritisiert: "In einer Zeit, wo versucht wird, den Informationsfluss möglichst transparent zu halten, ist dies Maßnahme einfach total überzogen. Spam zu blockieren ist eine Sache, seriöse politische Debatten damit zu zensieren und sogar zu verhindern ist eine andere."