Computergeschichte im schnellen Vorlauf
"Geschichte ist eine Form der Informationsverarbeitung mit besonderen Regeln, den Regeln der historischen Wissenschaft. Persönliche Erinnerungen oder Ausschnitte aus Tageszeitungen sind höchstens Bausteine für ein systematisches Gebäude einer bestimmten Architektur.
Diese kann sich ändern: jede Zeit muss sich ihre Geschichte neu schreiben", sagt Heinz Zemanek, der am Donnerstag die Ausstellung "Computerwelten" im Siemens-Forum in Wien eröffnete.
Heinz Zemanek, 1920 geboren, gilt als österreichischer Computerpionier und Konstrukteur des "Mailüfterls", eine der ersten volltransistorischen Rechanlagen Europas.
Heinz ZemanekDie Ausstellung
Die Ausstellung erzählt die Geschichte vom Abakus bis zum Avatar im "Fast-Forward"-Modus.
Schon beim Untertitel wird klar, dass kein Anspruch auf Vollständigkeit gestellt werden kann. Jahrhunderte werden in ein paar Metern zurückgelegt und wären frühere Rechenmaschinen wie die Zuse Z23 nicht so groß gewesen, würde wohl auch das Kapitel Computer so schnell abgehandelt wie das Thema Software.
Dieser Teil der Geschichte hat auf einer Schautafel Platz. Mit ein paar Zeilen spannt man den Bogen
von der Maschinensprache hin zu Bill Gates. Auf der Website wird das Unmögliche noch weiter verkürzt, was dazu führt, dass für das Jahr 1975 der Titel "Maschinensprache" gewählt wurde und dazu ein Bild vom jungen Bill Gates.
Computerwelten - vom Abakus zum AvatarStreit um ersten PC
Der erste Personal Computer, so die Ausstellungsmacher, war der
"MITS Altair" aus dem Jahr1975. Andere vertreten die Meinung, dass
diese Bezeichnung dem sogenannten "Simon" von Berkeley Enterprises,
Inc. zusteht.
What was the first personal computer?Rechnen im 16. Jahrhundert
Sehenswert ist der Rechentisch aus dem 16. Jahrhundert, der das "Rechnen auf der Linie" symbolisiert.
Imposant die elektronische Rechenanlage Zuse "Z23" aber auch die "Siemens 2002" und die Magnetspeichertrommel des Mailüfterls. Auch wenn sie Heinz Zemanek anhand der angegebenen Daten nicht wirklich wiedererkannt hätte.
Heinz Zemanek: "Ich weiß die Ziffern nicht auswendig, aber vier Millionen Bytes [Speicherkapazität] ist sicher weit zuviel. Das ist irgendeine ganz tolle Trommel, die hier beschrieben wird."
Computerspielemuseum
Aus dem Jahr 1982 stammt der "MB Vectrex", bei dem das
"Farbsehen" mit Hilfe von Folien simuliert wurde um die Geldbörse
der Käufer zu schonen. Aber das erfährt man nicht im Siemens Forum,
sondern woanders.
Computerspielemuseum BerlinIn matrix hören Sie heute zwei Gesichtspunkte zu einer Geschichte: Karl Wessely, Leiter des Siemens Forum führt durch die Ausstellung und der "Zeitzeuge für die Geschichte der Informationstechnik" Heinz Zemanek schildert seine Erinnerungen.
matrix
