01.02.2003

128 MIO. EURO

Anklagen in Mannesmann-Affäre erwartet

Die Ermittlungen in der Mannesmann-Affäre sind nach "Spiegel"-Informationen nach fast zwei Jahren abgeschlossen.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft werde im Februar Anklage gegen sechs ehemalige Aufsichtsräte und Manager des Konzerns erheben, dazu gehörten Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, IG-Metall-Vorsitzender Klaus Zwickel, Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und der ehemalige Mannesmann-Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Funk, berichtete das Nachrichtenmagazin heute vorab.

Die Staatsanwaltschaft werfe ihnen Untreue in besonders schwerem Fall und Beihilfe dazu vor.

Zuwendungen ohne Rechtsgrundlage

Die Staatsanwaltschaft erhebt laut "Spiegel" den Vorwurf, dass ein Großteil der Zuwendungen ohne Rechtsgrundlage erfolgte. Nicht das Konzerninteresse, sondern persönliche Bereicherungsmotive hätten zu den üppigen Abfindungen geführt.

Die Beschuldigten hätten die Vorwürfe mehrmals als unzutreffend zurückgewiesen. Einige hätten versucht, mit gezielten Interventionen bei der Landesregierung Einfluss auf das Verfahren zu nehmen.

Esser hatte vergangenen Sommer beim Landgericht Düsseldorf eine Amtshaftungsklage gegen das Land Nordrhein-Westfalen als Dienstherr der Staatsanwaltschaft eingereicht. Er wirft den Ermittlern Amtspflicht-Verletzungen und Rufschädigung vor und verlangt 100.000 Euro Schadenersatz sowie Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 100.000 Euro.