Ein Monster für den Schreibtisch
Mobiler HD-DVD-Genuss stolpert hier zu Lande nicht nur über den Mangel an Medien - mit der Qosmio-G30-Serie schickt Toshiba zudem echte Notebook-Schwergewichte ins Rennen, zeigt ein ORF.at-Test.
Als ein redaktionsinternes Notebook zur Reparatur musste, war die Gelegenheit günstig, sich Toshibas HD-DVD-Notebook Qosmio einmal näher anzusehen. Zum Test stand das Erstmodell G30-145 zur Verfügung, das etwas besser ausgerüstet ist das derzeit aktuelle G30-189.
Für den Preis von knapp 3.000 Euro legt Toshiba mit dem HD-DVD-Qosmio ein ganz schönes Monster auf den Tisch, das mit einigen Features glänzen will und kann - allerdings durchaus nicht auf ganzer Linie.
Notebook zum Fernbedienen
Schon beim Auspacken gab es das erste Aha-Erlebnis: Als Erstes fiel eine Fernbedienung aus der Verpackung. Fernbedienung? Sollte in der Packung nicht ein Notebook sein?
Das kam dann eine Lage später zum Vorschein, und zwar ziemlich heftig: 4,7 Kilo wiegt Toshibas mobiler HD-DVD-Rechner, inklusive Ladegerät sogar 5,5 Kilo. Vorbei also die Zeiten, in denen mobiles Rechnen immer leichter wurde?
Die Fernbedienung ist unter anderem für den Einsatz von Microsofts Windows Media Center Edition gedacht, das mit dem Qosmio gleich mit ausgeliefert wird.
Ersatz für Desktop-PC, TV und DVD-Player
Nein, denn der Qosmio ist weniger für unterwegs gedacht, sondern soll ein Desktop-Ersatz sowie Ersatz für den Fernseher und DVD-Player sein. Auf Toshibas US-Seiten wird er vor allem für das Schlafzimmer angepriesen.
Hier muss gesagt werden, dass die Fernbedienung nur über einen USB-Port angeschlossen werden kann, der anschließende Kabelsalat ist allerdings in keinem Zimmer hübsch anzusehen.
Einfach bestückter TV-Tuner
Zwar ist das 16:9-Display für große Distanzen groß und hell genug - die integrierten Stereo-Lautsprecher von Harman Kardon können allerdings nur bei Nähe für virtuellen Surround-Sound sorgen.
Der integrierte TV-Tuner kann DVB-T und analoges Fernsehen empfangen und aufnehmen - allerdings immer nur ein Programm auf einmal. Sprich: Wer sich eine TV-Serie für die Aufnahme programmiert, kann nicht gleichzeitig ein anderes TV-Programm ansehen.
Für den alleinigen Einsatz als TV-Gerät ist der Qosmio etwas teuer - der G30-189 mit einem GB RAM, zwei Intel-CPUS mit zwei GHz, zwei 120 GB großen SATA-Festplatten, einer 128-MB-Grafikkarte Nvidia GeForce Go 7600 und einem 17"-TruBrite-WUXGA-TFT-Display kostet bei Geizhals um die 2.500 Euro. Auf der Toshiba-Website wird er für 2.900 Euro feilgeboten.
Einsatz als Desktop-Ersatz
Als reiner Desktop-Ersatz macht das Notebook gute Figur, wenn auch für den Preis ein eigener Scroll-Button beim Touchpad eigentlich drin sein müsste.
HD-DVD mit Einschränkungen
An Anschlüssen werden unter anderem vier Mal USB 2.0, ein Mal TV-Antenne, ein Mal S-Video-in, ein Mal TV-out [S-Video, Component-out], je ein Mal RJ-11
und RJ-45 sowie eine Erweiterung für HDMI-out geboten. An WLAN-Standards werden 802.11a/b/g unterstützt.
Das eingebaute HD-DVD-Laufwerk kann zwar DVD +/- R, RW, R DL sowie CD-R/RW lesen und schreiben, HD-DVDS können allerdings nur gelesen werden.
Das vermeintlich stärkste Feature des HD-DVD-Laufwerks - das Abspielen hochauflösender Filme - kann hier zu Lande vorerst nicht wirklich genutzt werden. Die Markteinführung von HD-DVD in Österreich erfolgt nämlich erst Anfang 2007. Bis dahin müssen sich Liebhaber hochauflösender Filme im Ausland versorgen.
