"Nie mehr 30 Prozent Wachstumsrate"
Die Vorstandschefin des Computerkonzerns Hewlett-Packard, Carly Fiorina, rechnet auf Dauer mit einem abgeschwächten Wachstum in der Informationstechnologie-Branche.
"Wir werden niemals mehr zu den Wachstumsraten von 20, 30 oder 40 Prozent zurückkehren", sagte Fiorina, die als eine von wenigen Frauen an der Spitze eines Weltkonzerns steht.
"Die IT-Branche hat ein Reifestadium erreicht, das von den Unternehmen Größe und Breite erfordert", sagte die 48-jährige Topmanagerin. "Der Preisdruck ist unerbittlich. Es wird andauernde Kämpfe zwischen immer weniger und immer fähigeren Mitspielern geben."
HP hatte im Mai 2002 den Konkurrenten Compaq übernommen. Neue Bücher über HP-Chefin Fiorina:
"IT-Thatcher" oder "Selbstvermarkterin"Weitere Digitalisierung
Die gesamte Branche werde bei einer normalen Konjunkturentwicklung künftig nur noch etwa doppelt so stark wie das Bruttosozialprodukt zulegen, sagte Fiorina. Für HP strebe sie langfristig Umsatzzuwächse von sieben bis neun Prozent pro Jahr an.
"Aber ich bezweifle sehr, dass es in diesem Jahr dazu kommen wird." Fiorina betonte, die Aufstellung und die Kostenstrukturen des Unternehmens müssten stets so angepasst werden, dass HP seine Zukunftsinvestitionen in Forschung und Entwicklung von rund vier Milliarden USD pro Jahr aufrechterhalten könne.
Als wichtigsten Trend der Informationstechnologie in den kommenden Jahren sieht Fiorina die Digitalisierung von Abläufen im Privat- und Geschäftsleben. Die Kunden seien allerdings nicht mehr an dem neuesten technischen Produkt um seiner selbst willen interessiert, sondern an langfristigen Einsparungen durch den Einsatz von Informationstechnologie.
Einen großen Bedarf sieht Fiorina im öffentlichen Bereich, beispielsweise in der Verwaltungen: "Dort geht es um Sicherheit, mehr Service und mehr Transparenz für die Bürger zu geringeren Kosten. Das funktioniert nur mit IT."
