Früherkennungsnetzwerk gegen Bioterror
Die US-Regierung will ein Computernetzwerk einrichten, um Terroranschläge mit Biowaffen frühzeitig zu erkennen und bekämpfen zu können.
Das Center of Disease Control [CDC] wird in acht US-Städten ein System aufbauen, das Befunde aus Arztpraxen und Notaufnahmen von Spitälern sowie den Verkauf von bestimmten Medikamenten überwacht, um frühzeitig eine Warnung vor dem Ausbruch einer Seuche zu erhalten.
Keine namentliche Personenerfassung
Das System der Gesundheitsbehörden durchsucht zivile medizinische Datenbanken nach typischen Symptomen für den Ausbruch einer Seuche. Die CDC erhofft sich dadurch eine Frühwarnung bei Angriffen mit Pocken oder Milzbrand.
Daneben kann das System aber auch für die Früherkennung von natürlichen Epidemien wie Grippe genutzt werden, argumentieren die Befürworter des Systems.
Um die Bedenken von Datenschutzorganisationen zu zerstreuen, werden Personen nicht namentlich erfasst. Stattdessen werden nur die Krankheitssymptome, das Alter der Patienten, Geschlecht und Postleitzahl erhoben.
Künftig unter ziviler Kontrolle
Schon nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatte das
Pentagon mit dem Aufbau eines Überwachungssystems begonnen, das die
medizinischen Daten von Millionen US-Bürgern sammelte. Nach heftiger
Kritik von Datenschützern wurde das Projekt an zivile Stellen
übertragen, zumal das Pentagon wegen des "Total Information
Awareness"-Programms [TIA] schon ins Visier des Senats und der
Datenschützer gekommen ist.
US-Senat dreht TIA den Geldhahn abDie näheren Details zu dem Überwachungssystem soll Präsident George Bush am Dienstag in seiner jährlichen Ansprache zur Lage der Nation [State of the Union Address] bekannt geben.
