Studienrichtung "Internet"
Die altehrwürdige Universität Oxford geht mit der Zeit: Im Jahr 2001 wurde dort der Beschluss gefasst, ein eigenes Institut zu gründen, das sich auf wissenschaftlicher Ebene mit den vielfältigen Auswirkungen des Internet auf die Gesellschaft befassen soll.
Im Vorjahr hat das Oxford Internet Institute seine Tätigkeit aufgenommen. Ein regulärer Lehrbetrieb und die Aufnahme von Studenten soll aber erst in drei bis vier Jahren aufgenommen werden.
Schwerpunkte von Forschung und Lehre sind E-Democracy und E-Learning. Aber auch der institutionellen Infrastruktur von E-Science wollen die Wissenschafter ihre Aufmerksamkeit schenken. Analysiert wird, welche gesetzlichen, organisatorischen oder anderen sozialen Faktoren sich positiv oder negativ auf eine computergestützte wissenschaftlichen Zusammenarbeit auswirken.
Oxford Internet InsituteE-Democracy als Forschungsgegenstand
Stephen Coleman ist seit Ende Oktober des Vorjahres "Professor für E-Democracy" - eine Stelle, die es bis dato nur in Oxford gibt.
Zu seinen akademischen Aufgabenbereichen gehört auch die Analyse von elektronisch geführten Wahlkämpfen. Coleman hat etwa die amerikanischen Präsidenschaftswahlen im Jahr 2000 und die Parlamentswahlen 2001 in Großbritannien ausführlich analysiert.
Er arbeitet prinzipiell sehr eng mit den politischen Parteien zusammen, die ihm Einblick in ihre Aktivitäten und Auskunft darüber geben, wie sie, auch außerhalb der Wahlkampfzeiten, das Internet und andere neue Kommunikationsmittel einsetzen.
Heute 22:30 im Ö1-magazin matrix
Richard Brem hat dem Oxford Internet Institute einen Besuch
abgestattet und mit Professor Coleman sowie mit dem Leiter des
Instituts William Dutton gesprochen.
matrix - computer & neue medienStephen Coleman im Interview
"New Labour ist die wahrscheinlich am meisten technologisierte Partei der Welt. Im Hauptquartier der Labour Party gibt es eine sogenannte 'Rapid Research Unit', deren Mitarbeiter ein extrem leistungsfähiges Computerprogramm mit dem Namen 'Excalibur' benutzen," gibt Coleman ein Beispiel für eine praktische, digitale Anwendung in der Politik.
"'Excalibur' macht es möglich, jeden Angriff eines politischen Gegners innerhalb von 30 Sekunden zurückzuschlagen, indem dieses Programm sofort politisch belastendes Material aus der Vergangenheit des jeweiligen Angreifers oder seiner Partei auswirft. Die Labour Party hat damit einen großen Trumpf in der Hand."
Heute 22:30 im Ö1-magazin matrix
Im Beitrag Nummer zwei thematisiert Thomas Thaler die Probleme der Entwicklungsländer mit dem "Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights", kurz TRIPS genannt.
