Songbird: Play the Web!

"Matrix"
08.10.2006

Songbird will eine Brücke zwischen der Musiksammlung auf der eigenen Festplatte und Netz-Plattformen, Podcasts und MP3-Blogs schlagen. Dazu ist Entwickler Rob Lord im Interview - am Sonntag um 22.30 Uhr im Ö1-Magazin "matrix".

Der neue Media-Player Songbird hat in den letzten Monaten für einige Schlagzeilen gesorgt. Für besonders viel Aufsehen in der Netzgemeinde sorgt der Umstand, dass Songbird auf Mozilla-Code aufbaut - der gleichen Code-Basis, auf der auch der Open-Source-Browser Firefox basiert.

Mit Mozilla-Code gegen iTunes

Songbird-Entwickler Rob Lord glaubt, mit der Mozilla-Code-Basis die besten Voraussetzungen für einen Open-Source-Player mit einer großen Entwicklergemeinde zu legen. Dem Firefox-Erfolg mit mehr als 200 Millionen Downloads eifere man jedoch nicht nach. "Wir glauben, dass Wunder sich nicht wiederholen", so Lord. "Doch wir denken, dass Songbird in seiner Kategorie eine umwälzendere Erfindung ist als Firefox in seiner Kategorie."

In den nächsten Wochen soll die Version 0.2 des Songbird-Players erscheinen.

~ Link: Songbird hebt ab (../../http://www.fuzo-archiv.at/?id=141155v2) ~

Speziell für Web-Plattformen

Songbird will sich von Konkurrenten wie iTunes und dem Windows Media Player mit dem Fokus aufs Web abheben. So behandelt der Player jede Website wie eine Playlist.

Verlinkte MP3s lassen sich ohne Umwege wiedergeben oder in die eigene Medien-Bibliothek integrieren. Lord dazu: "Wir glauben, dass jedes Blog Musiksammlung, Playlist und Download-Shop in einem sein kann."

Songbird will zudem Online-Dienste wie das personalisierte Webradio Last.fm und den Musikspeicher von MP3Tunes.com unterstützen. Songbird solle "der erste Media-Player für Netzwerk-basierte Plattformen" werden, so Lord.

Offen für alle Plattformen - und DRM

"Medien-Player stagnieren seit sechs oder sieben Jahren", glaubt Lord. Grund dafür sei, dass sie alle für die Download-Plattform einer Firma entwickelt worden seien. Songbird will dagegen alle Plattformen unterstützen - und macht dabei auch keinen Bogen um DRM. "Songbird ist formatunabhängig", erklärt Lord. "Alle Musikformate und DRM-Lösungen von Windows Media, Quicktime und dem Open-Source-Player VLC werden automatisch unterstützt."

Sonntag, 22.30 Uhr, im Ö1-Magazin "matrix"

Janko Röttgers sprach in San Francisco mit Songbird-Entwickler Rob Lord. Im zweiten Beitrag geht es um "Geschmacksautomaten". Aus riesigen Musikdatenbanken werden mit komplizierten Algorithmen und kollektiven Filtern personalisierte Wunschprogramme automatisch zusammengestellt. Janko Röttgers präsentiert das kalifornische Modell Pandora und die Londoner Plattform Last.fm.

(matrix)