IT-Stellenmarkt 2002 halbiert
Der IT-Jobmarkt ist in Österreich im abgelaufenen Jahr 2002 um mehr als die Hälfte geschrumpft.
Die Zahl der Jobangebote für IT-Fachkräfte in den Stellenmärkten von "Kurier", "Standard" und "Presse" sei mit 1.589 Offerten im Vorjahr um 58 Prozent gesunken, so eine Analyse der Wiener Personalberatung Robert Fitzthum.
Erstmals seit zwei Jahren ist allerdings der Rückgang Ende 2002 merklich abgeflacht. Für die kommenden Monate sieht der Berater aber vorderhand dennoch mehr Belastungen als Impulse für die weitere Entwicklung auf dem IT-Stellenmarkt.
Demnächst stehen demnach umfangreiche Rationalisierungen bei den Banken und Versicherungen an, die auch die IT-Branche belasten sollen. Auch das zuletzt noch rückläufige Angebot an Vertriebsjobs deute nicht auf eine rasche Marktbelebung hin. Die militärischen Ankündigungen der USA im Nahen Osten eröffneten der Wirtschaft zudem "kaum das notwendige Mindestmaß an Planungssicherheit", betont Fitzthum. Vor dem Herbst rechnet er nicht mit einem Anspringen der Konjunktur.
Wie fuZo-Leser ihre Jobsituation einschätzen [November '02]Programmierer wieder mehr gesucht
Der rasante Rückgang auf dem IT-Jobmarkt der vergangenen zwei Jahre ist im vierten Quartal 2002 aber stark abgeflaut.
Mit minus vier Prozent gegenüber dem Vorquartal ist der Rückgang erstmals seit zwei Jahren unter der Fünfprozentmarke gelegen.
In der zahlenmäßig führenden Kategorie der Programmierer/Softwareentwickler weist das Angebot mit plus 17 Prozent - ebenfalls zum ersten Mal seit zwei Jahren - ein kräftiges Wachstum auf.
Die Informationstechnologie ist nach Ansicht des Beraters "dabei, zu einer normalen Kernbranche der internationalen Wirtschaft zu werden". Er sehe eine allmähliche Konsolidierung ohne die extremen Höhen und Tiefen der vergangenen Jahre.
IT-Arbeitsmarkt normalisiert sichNetzwerker und SAP-Spezialisten wenig gefragt
Die zweite große Gruppe auf dem Jobmarkt, Fachkräfte im IT-Vertrieb, musste hingegen nach wie vor Einbußen zum Vorquartal hinnehmen.
Mit einem Minus von sieben Prozent fiel der Rückgang aber auch hier moderater aus als in der Vergangenheit.
Stark gebeutelt wurden im letzten Quartal des Vorjahres vor allem noch SAP-Spezialisten [minus 43 Prozent] und Netzwerk-Techniker [minus 62 Prozent].
