Yline-Chef soll Analysten geschmiert haben
Werner Böhm, Ex-Chef der in die Pleite geschlitterten Yline AG, hat angeblich einem auf Internet-Analysen spezialisierten Banker in London die Miete für ein Appartement in Monaco gezahlt.
Der Yline-Masseverwalter hat den Mann, der durch besonders günstige Analysen für das Unternehmen auffiel, laut einem "Format"-Bericht beim Wiener Handelsgericht auf Rückzahlung geklagt.
Demnach hat Yline-Masseverwalter Christof Stapf den bei der renommierten britischen Investmentbank Lehman Brothers auf Internet-Aktien spezialisierten Analysten auf Rückzahlung von vorerst 34.874,76 Euro geklagt. Das Geld erhielt George Garafas laut der dem Magazin vorliegenden Klage vom unter Betrugsverdacht stehenden Böhm zur Begleichung der Miete für ein Appartement in Monaco. Böhm selbst weist alle Anschuldigungen weiterhin vehement zurück.
Yline-Gründer Böhm im Visier der JustizKursziel 400 Euro
Nach dem Bericht hat der Lehman-Mann laut Klage "maßgebend an der Kapitalerhöhung" des Unternehmens mitgewirkt und wurde von Böhm im Mai 2000 sogar "als Trouble-Shooter geholt, um Investorengespräche zu führen und insbesondere für zwei Yline-Tochterunternehmen Käufer zu finden".
Garafas sorgte in Finanzkreisen für Aufsehen, weil er im Sommer 2000 das Preisziel der Aktie bei 400 Euro sah. Noch wenige Monate vor der Pleite schwärmte er "vom besten Branchenunternehmen Europas".
Lehman Brothers trennte sich mittlerweile von Garafas. "Das Arbeitsverhältnis wurde einvernehmlich gelöst. Mehr sagen wir dazu nicht", wird Lehman-Pressesprecher Stewart Prosser zitiert.
