Verfolgungsjagden am Rechner üben
Mit Hilfe eines "weltweit einzigartigen" Trainingskonzeptes will die bayerische Polizei in Zukunft Einsatzfahrten mit Blaulicht üben.
Im Zentrum der Ausbildung steht dabei ein in den vergangenen beiden Jahren entwickelter Autosimulator. Das neue Gerät wurde heute bei der Bereitschaftspolizei in Sulzbach-Rosenberg vorgestellt.
In dem Simulator sollen junge Polizisten auf "Verfolgungsjagden" oder "andere rasante Einsatzfahrten im dichten Straßenverkehr" vorbereitet werden. So könne am Computer geübt werden, wie Gefahrensituationen zu bewältigen sind, erklärten die Verantwortlichen des Projektes. Aus sicherheitsrelevanten Gründen könnten solche Fahrten nicht im richtigen Straßenverkehr trainiert werden.
Durch die Ausbildung soll insbesondere die Gefahr von Unfällen bei echten Fahrten mit Blaulicht und Sirene reduziert werden: "Dabei geht es auch um das Erkennen typischer Fehlreaktionen anderer Fahrzeugführer", sagte der Präsident der bayerischen Bereitschaftspolizei, Karl-Heinz Spörl. Die Bereitschaftspolizei ist für die Ausbildung der Polizisten im Freistaat zuständig.
Bereitschaftspolizei BayernSimulations-Herausforderung
Mitte 2000 hatte die Polizeibehörde gemeinsam mit einer Elektronikfirma und Verkehrswissenschaftlern der Universität Würzburg begonnen, den Autosimulator und ein Ausbildungskonzept zu entwickeln.
Nach Angaben der Entwickler ist ein Simulator für den Straßenverkehr schwieriger zu programmieren als ein Flugzeug- oder Zugsimulator. Fußgänger, andere Autofahrer, Kreuzungen, Spurwechsel und Gassenbildung kämen eben nur im Straßenverkehr vor.
In den kommenden drei Jahren sollen der Simulator und der Ausbildungsplan für die jungen Gesetzeshüter auf ihre Praxistauglichkeit überprüft werden. Das Modellvorhaben kostet rund 1,3 Millionen Euro.
