22.01.2003

VAT

Bildquelle: vat

"TA holt sich Geld drei Mal"

Im Vorfeld der anstehenden Regierungsbildung haben sich die alternativen Telekom-Betreiber unter anderem für eine Trennung des Telekom-Bereichs vom Verkehrsministerium ausgesprochen.

Für den Fall eines Verkaufs der Telekom Austria [TA] - in der Branche gibt es derzeit Gerüchte über einen Verkauf der TA an die Swisscom - forderte der Präsident des Verbands der alternativen Netzbetreiber [VAT], Romed Karre, einen eigenen Rechnungskreis für die letzte Meile [Leitung zum Endkunden].

"Der Gesetzgeber muss die TA zu einem eigenen Rechnungskreis für die 'last mile' verpflichten und damit eine Quersubventionierung verhindern", forderte Karre.

Die alternativen Betreiber könnten die Rechnungslegung der TA - etwa für die Zusammenschaltung, Grundgebühr und die Universaldienstverordnung - nicht im Detail nachvollziehen: "Wir sind der Überzeugung, dass sich die Telekom das Geld drei Mal holt."

"Salonfähige" Telefonüberwachung

In Sachen Telefonüberwachung muss der Staat laut VAT die Kosten für die Infrastruktur und die laufenden Kosten für die Überwachung tragen.

Seit dem 11. September 2001 sei jede Überwachungsmaßnahme "salonfähig". Allerdings müsse der Verursacher die Kosten, die für Mobilfunkbetreiber im zweistelligen Euro-Millionenbereich und für Festnetzbetreiber im einstelligen Millionenbereich liegen, übernehmen und nicht auf die Netzbetreiber abwälzen.

Das müsse ebenfalls im neuen TKG verankert werden.

Telekom-Minister gefordert

"Wir wünschen uns einen eigenen Minister oder Staatssekretär für Telekommunikation, IT und Innovation", sagte Karre weiter.

Die anstehende Änderung des Telekom-Gesetzes und die neu orientierte Telekom-Regulierung erforderten ein entsprechendes politisches Gewicht in der Regierung.

Im Entwurf für das neue TKG, das laut EU-Vorgabe bis spätestens 25. Juli 2003 beschlossen werden muss, müsse die Möglichkeit für einen funktionierenden Instanzenzug und die Einrichtung eines unabhängigen Senats geschaffen werden, erneuerte Karre eine langjährige Forderung des VAT.