IT-Industrie gegen Pauschalabgaben
Microsoft, Nokia und Siemens haben sich in einer Stellungnahme an EU-Kommissar Romano Prodi für eine Aufhebung von pauschalen Urheberrechtsabgaben in Europa ausgesprochen.
Das berichtete die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg heute. In einem der Agentur vorliegenden Brief kritisierten Führungskräfte von einem Dutzend Elektronik- und Softwareunternehmen die Abgaben als umsatzschädigend, heißt es.
In den meisten Ländern Europas werden zum Beispiel auf Kopiergeräte oder Medien wie CD-Rohlinge Abgaben erhoben, um bei Vervielfältigungen die Rechte der Urheber pauschal abzugelten.
"Behindert Innovationen"
Eine zusätzliche Abgabe etwa von mehr als 613 Euro als Aufschlag
auf den Preis eines Farbkopierers in Deutschland schade dem Verkauf
und behindere Innovationen, zitiert die Agentur aus dem Brief. "Ein
veraltetes, vor Jahrzehnten entwickeltes Abgabesystem
unterschiedslos auch auf digitale Medien zu erweitern ist nicht der
richtige Weg, um einen fairen Ausgleich für private Kopien zu
erreichen", hieß es.
Digitales EU-Copyright kommt späterPauschalabgaben für Brenner
In Deutschland kritisiert der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien [BITKOM] seit Jahren die Ausweitung der pauschalen Abgaben auch auf digitale Medien.
Die Verwertungsgesellschaften fordern dagegen auch von Herstellern von CD-Brennern und Kopierern Pauschalabgaben, da Kopierschutz-Software zum Schutz der Urheberrechte nach ihrer Auffassung nicht ausreiche.
Die Stellungnahme an die EU soll unter anderen von Microsoft-Europa-Chef Jean-Philippe Courtois, Nokia-Chef Jorma Ollila und Siemens-Vorstand Rudi Lamprecht unterschrieben sein. Zu den Unterzeichnern gehörten auch Führungskräfte von Apple, Fujitsu, IBM, Matsushita, NEC, Philips, HP, Intel und Ericsson, hieß es.
