Kevin Mitnick ist wieder "drin"
Die Hackerlegende Kevin Mitnick darf nach langem Rechtsstreit ab heute wieder das Internet benutzen.
Nach seiner Entlassung im Jänner 2000 musste er strenge Bewährungsauflagen erfüllen, die ihm unter anderem den Besitz von Computern und Software untersagten.
Außerdem durfte er für drei Jahre auch keinerlei Zugang zu Computern und Mobiltelefonen haben. Das Verbot betraf auch etwaige Arbeitsplätze, wo diese verfügbar hätten sein können. Ab heute unterliegt er keiner dieser Bestimmungen mehr.
Der Wiedereinstieg der Hackerlegende ins Netz soll heute in gebührendem Rahmen während der TV-Show "Screen Savers" erfolgen. An Ort und Stelle sollen Napster-Gründer Shawn Fanning und Apple-Mitgründer Steve Wozniak die ersten Schritte im Netz mitverfolgen.
Anfang der 90er Jahre war Mitnick wegen mehrerer Einbrüche in Computersysteme des Militärs und großer US-Konzerne als "meistgesuchter Krimineller der USA" gejagt worden. Nach einer dramatischen Verfolgungsjagd wurde er im Februar 1995 geschnappt. Im August 1999 hatte eine Richterin in Los Angeles ihn zu 46 Monaten Haft verurteilt. Den größten Teil der Strafe hatte er aber bereits in Untersuchungshaft abgesessen.
Kevin Mitnick ist jetzt freiBeratung gegen Cyberattacken
Noch während seiner Haftzeit hatte er auch eine Erneuerung seiner Amateuerfunklizenz beantragt, die normalerweise kostenlos ist. Die Anwaltskosten beliefen sich allerdings auf 16.000 USD.
Der Ex-Hacker will nach eigenen Angaben nun eine eigene Firma gründen, die Konzernen helfen soll, sich gegen Cyberattacken zu wehren.
Mitnick ist heute ein geschätzter Experte und Autor zum Thema Datensicherheit. In seinem kürzlich erschienen Buch "The Art of Deception" ["Die Kunst der Täuschung"] beschreibt er den Menschen als größten Risikofaktor für die Datensicherheit.
Laut Mitnick mögen Computer ja mit Passwörtern und Datenverschlüsselung gut gesichert sein, wenn sich aber ein geschickter Betrüger das Vertrauen von leichtgläubigen Administratoren erschleicht, dann nützen auch die besten digitalen Schutzvorrichtungen nichts mehr.
