Gebrauchte Festplatten voller Daten
Zwei Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology [MIT] haben zwei Jahre lang gebrauchte Festplatten bei Ebay gekauft und deren Inhalte analysiert.
Die gebrauchten Speichermedien erwiesen sich als wahre Fundgruben für vertrauliche, persönliche und Unternehmensdaten.
Beim Durchsuchen der Platten fanden sich über 5.000 Kreditkartennummern, medizinische Befunde, detaillierte Finanzinformationen von Firmen und Privatpersonen und natürlich mehrere Gigabyte an Pornomaterial und E-Mails.
Die Ergebnisse haben Simson Garfinkel and Abhi Shelat in dem Artikel "Remembrance of Data Passed: A Study of Disk Sanitation" festgehalten und in der Jänner/Februar-Ausgabe des Fachblattes "IEEE Security and Privacy" veröffentlicht.
"Remembrance of Data Passed: A Study of Disk Sanitation"Die Ergebnisse
Von den 158 untersuchten Platten waren 129 noch voll funktionstüchtig. Nur zwölf der gebrauchten Medien waren so gelöscht, dass keinerlei Daten mehr rekonstruiert werden konnten, bei 28 Stück wurden erst gar keine Löschversuche gemacht.
Eine Festplatte enthielt Aufzeichnungen über Finanztransaktionen eines ganzen Jahres. Die Experten fanden heraus, dass sie ihren Dienst in einem Geldautomaten versah.
Durch den Kauf einer mit alten Daten voll gestopften, gebrauchten Festplatte könnte man im Extremfall sogar die Identität eines anderen Menschen simulieren.
"Die Industrie kennt das Problem, wir wollten aufzeigen, wie weit verbreitet es ist", erklärt Garfinkel. "Von zehn gebrauchten Festplatten beinhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens vier vertrauliche Informationen."
2002 wurden 150 Mio. Festplatten ausgetauscht
Da sich die Festplattenkapazitäten ständig erhöhen, werden
jährlich Unmengen an Speichermedien durch leistungsfähigere ersetzt.
Im Jahr 2002 wurden um die 150 Millionen Festplatten ausgetauscht,
2001 waren es auch 130 Millionen Stück.
Tod der Festplatte vorhersagbarSpezialsoftware säubert Festplatte
"Bisher gibt es keinen schnellen Weg, seine Festplatte endgültig zu löschen", klagt Garfinkel.
Die meisten würden immer noch dem Irrglauben nachhängen, dass eine Formatierung alle Daten von der Platte verbanne. Andere löschten gar nur den "Eigene Dateien"-Ordner und hielten die Sache damit für erledigt.
Man müsse den Nutzern zu verstehen geben, dass das Löschen einer Datei noch lange nicht den entsprechenden Sektor auf der Festplatte mit neuen Daten überschreibt.
Nur wer die als "frei" deklarierten Sektoren auf der Festplatte mehrfach überschreibt, kann sicher sein, dass alte Dateien und Verzeichnisse nicht rekonstruiert und eingesehen werden können. Das erledigen spezielle Reinigungsprogramme.
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