15.01.2003

ÖSTERREICH

Bildquelle: ORF.at

Kommerzieller UMTS-Start im April

Die Mobilkom Austria hat im September 2002 ihr UMTS-Netz offiziell in Betrieb genommen. Wie CEO Boris Nemsic betonte, handelt es sich dabei um einen "echten Netzstart" und keinen Demo- oder Testbetrieb.

Man könne es jederzeit nutzen, nur leider gebe es keine Endgeräte, so Nemsic damals: "Unser Netz ist für die kommerziellen UMTS-Handys bereit, die in drei bis sechs Monaten von den Endgeräteherstellern auf den Markt gebracht werden."

Nun sind die ersten Geräte zum Testen verfügbar, doch werden nach Auskunft der Mobilkom-Sprecherin Elisabeth Mattes derzeit nur hauseigene Mitarbeiter freigeschaltet.

Auf dem "3G Mobile Forum" in Tokio hat Nemsic jetzt bekannt gegeben, dass sein Unternehmen im April mit dem kommerziellen Betrieb von UMTS starten will.

Überraschung mit dem Akku

UMTS sei grundsätzlich möglich und könne auch zum Erfolg geführt werden, sagte Nemsic, der zu einem "Lokalaugenschein" nach Japan gereist ist. Allerdings gehe die Standardisierung der weltweiten Telekom-Industrie derzeit nicht schnell genug, um aus UMTS einen globalen Dienst machen zu können.

Außerdem gebe es derzeit zu wenige Inhalte für Anwendungen, da diese sehr teuer seien. Auch wenn Japan bereits mit UMTS gestartet sei, müsse ein individueller "europäischer Weg" gefunden werden, so Nemsic auf dem Mobilfunkkongress.

Kongress-Meinungen

"Der Kunde kauft nicht die Technologie, sondern das, was die Technologie ermöglicht", meinte der Generaldirektor der Telekom-Vereinigung CTIA, Tom Wheeler. 3G werde vielfach als "Wunder" und "Nirwana der mobilen Datenübertragung" dargestellt. Der Geschäftserfolg werde sich aber nicht über die Technologie selbst, sondern über die angebotenen Dienste entwickeln.

Die Musik- und Telekom-Industrie verhelfen verhülfen zum Erfolg, meinte Wheeler. Vom 2001 erreichten Gesamtumsatz der Musikindustrie von 33 Mrd. USD seien beispielsweise 1,3 Prozent auf Handyklingeltöne entfallen.

Der Fokus müsse stärker auf Anwendungen, den Markt und Handys gelegt werden. "Nicht die Technologie ist von Bedeutung, sondern der Kundennutzen", glaubt auch der Chef der australischen Telstra, Dick Simpson.

Die Datenübertragung via Handy müsse weiter vorangetrieben werden, ist unterdessen NTT-Docomo-Chef Keiji Tachikawa überzeugt. Die Schwerpunkte lägen beim Versenden von Mails via Handy, ferner bei Nachrichten, Filmen, Musik und Kontrolldiensten.

"Die Zukunft liegt in den Datenservices, auf Datenströmen basierende Anwendungen werden UMTS zum Erfolg verhelfen", sagte der Chef des Mobilfunkbetreibers Mobile One aus Singapur, Neil Montefiore. Einen UMTS-Massenmarkt werde es aber erst ab 2004/05 geben. Die Mobilfunkbetreiber müssten jedoch stärker auf Partnerschaften - mit Betreibern, Herstellern und Contentbetreibern - setzen. "Alleine wird keiner Erfolg mit UMTS haben", so Montefiore.